ChatGPT und Codex teilen sich ab Dezember ein Kontingent: Was Teams im Business-Tarif jetzt regeln sollten
OpenAI legt ab Dezember 2026 die Nutzung von ChatGPT und Codex in den Tarifen Plus, Pro und Business zu einem gemeinsamen Kontingent zusammen, gemessen in Token. Wir ordnen ein, was bekannt ist und was noch fehlt, wen es im Betrieb trifft und welche drei Entscheidungen Firmen vor dem Umstellungstag treffen sollten.
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Bisher galt in vielen Entwicklerteams eine einfache Rechnung: Der ChatGPT-Platz ist für Texte, Recherche und Fragen da, Codex für die Arbeit am Code, und beides hat eigene Grenzen. Ab Dezember gilt das in den Tarifen Plus, Pro und Business nicht mehr. OpenAI legt beides zu einem Kontingent zusammen. Wer an einem Vormittag viel mit Codex umbaut, hat danach weniger für ChatGPT übrig, und umgekehrt.
Für Einzelne ist das eine kleine Umstellung. Für einen Betrieb mit mehreren Business-Plätzen, in dem ein Teil der Leute programmiert und ein Teil nicht, ist es eine Frage, die man vor dem Umstellungstag beantworten sollte: Wer verbraucht künftig was, und wer bezahlt, wenn es nicht reicht?
Was bekannt ist
Eine Vorbemerkung zur Quellenlage. Die Änderung steht auf der Hilfeseite von OpenAI „Understanding ChatGPT and Codex usage limits“, die nach mehreren Berichten am 31. Oktober aktualisiert wurde. Die Seite lässt sich bei uns nicht automatisch abrufen. Was hier steht, stützt sich deshalb auf übereinstimmende Wiedergaben dieser Seite vom 31. Oktober und 1. November und auf die Preisseite von Codex, die wir selbst gelesen haben. Wo die Berichte auseinandergehen, lassen wir die Angabe weg.
Übereinstimmend wiedergegeben werden diese Punkte:
- Ab Dezember 2026 teilen sich ChatGPT und Codex in Plus, Pro und Business ein gemeinsames Nutzungskontingent.
- Der Verbrauch wird in Token gemessen, also nach der Menge Text, die ein Modell liest und schreibt. Wie viel eine Aufgabe kostet, hängt vom Modell und von der Aufgabe ab.
- Der Chat im Instant-Modus, also die schnellen Antworten ohne langes Nachdenken, zieht nichts vom Kontingent ab.
- Den Restbestand und den Zeitpunkt der nächsten Rücksetzung zeigt ChatGPT in den Einstellungen unter „Usage“.
- Ist das Kontingent leer, kann man warten, den Tarif wechseln oder Guthaben kaufen.
- OpenAI erwartet, dass die meisten Nutzer nicht häufiger auf eine Rücksetzung warten müssen als heute.
Neu ist das Prinzip übrigens nicht ganz. Auf der Codex-Preisseite steht schon heute, dass die Agentenfunktionen in ChatGPT, die OpenAI „ChatGPT Work“ nennt, und Codex sich die Nutzung teilen. Im Dezember kommt nach den Berichten der übrige ChatGPT-Verbrauch dazu, mit Ausnahme des Instant-Chats.
Was noch fehlt
Die wichtigsten Zahlen hat OpenAI noch nicht genannt. Es gibt keinen genauen Umstellungstag, keine Größe des Kontingents je Tarif und keine genaue Rechnung, wie viele Token welche Art von Chat verbraucht. Auch ob das gemeinsame Kontingent wie heute in Fünf-Stunden- und Wochenfenster geteilt wird, ist offen.
Zum Vergleich hilft der heutige Stand. Für Plus nennt OpenAI nach den Berichten eine Schätzung von 5 bis 45 Nachrichten je fünf Stunden, wenn man in Codex lokal mit GPT-6 Astra arbeitet. Die Spanne ist groß, weil eine kleine Rückfrage und ein Umbau über zwanzig Dateien sehr unterschiedlich viele Token brauchen. Genau diese Unschärfe wird mit dem gemeinsamen Kontingent größer, nicht kleiner. Wie schnell ein Platz leer ist, hängt dann nicht nur davon ab, wie viel jemand programmiert, sondern auch davon, wie viel er nebenbei mit ChatGPT arbeitet.
Wen es im Betrieb trifft
Kaum spüren werden es Leute, die ChatGPT gelegentlich für Texte oder Recherchen nutzen und Codex gar nicht. Für sie ändert sich praktisch nichts, zumal der Instant-Chat nicht zählt.
Spüren werden es zwei Gruppen. Die erste sind Entwicklerinnen und Entwickler, die Codex intensiv nutzen und daneben ChatGPT für längere Recherchen oder Auswertungen mit Nachdenkzeit. Bisher konnten sie in dem einen weiterarbeiten, wenn das andere erschöpft war. Ab Dezember ist dann beides gleichzeitig zu Ende.
Die zweite Gruppe sind Betriebe, die Codex für automatische Abläufe über einen persönlichen Platz laufen lassen, etwa eine nächtliche Prüfung des Codes. Was bisher nur das Codex-Kontingent belastet hat, geht ab Dezember auch von dem ab, was die Person am nächsten Morgen in ChatGPT braucht.
Drei Entscheidungen vor dem Umstellungstag
Erstens: Wer bekommt welchen Tarif? Im Business-Tarif kostet ein Platz laut der Codex-Preisseite 20 US-Dollar im Monat, bei jährlicher Zahlung und mindestens zwei Plätzen. Wer jeden Tag mehrere Stunden mit Codex arbeitet, ist mit einem einzelnen Business-Platz unter Umständen schon heute knapp dran. Für diese Leute lohnt sich der Vergleich mit Pro. Für alle anderen reicht Business weiter. Entscheiden lässt sich das am besten anhand der Nutzungsübersicht, die Administratoren im Arbeitsbereich schon heute sehen können. Ein Monat Verbrauch vor der Umstellung ist eine gute Grundlage.
Zweitens: Wie viel Guthaben darf nachgekauft werden? Business-Konten können laut Preisseite zusätzliches Guthaben für den ganzen Arbeitsbereich kaufen. Eine eingebaute Ausgabengrenze nennt die Seite nicht. Wer vermeiden will, dass am Monatsende eine Überraschung auf der Rechnung steht, legt intern fest, wer Guthaben kaufen darf und bis zu welchem Betrag, und schaut sich den Verbrauch in den ersten Dezemberwochen einmal je Woche an.
Drittens: Was läuft über den Tarif und was über die API? Codex lässt sich laut Preisseite auch mit einem API-Schlüssel anmelden. Dann wird nach API-Preisen je Token abgerechnet, und das Kontingent im Tarif bleibt unberührt. OpenAI empfiehlt das selbst für automatisierte Abläufe, etwa in einer CI-Umgebung, in der Code bei jedem Hochladen geprüft wird. Der Preis dafür: Cloud-Funktionen wie die Code-Prüfung in GitHub oder die Slack-Anbindung gibt es mit API-Schlüssel nicht. Für einen Betrieb kann es trotzdem sinnvoll sein, Automatisierungen über einen API-Schlüssel mit eigenem Budget laufen zu lassen und die Tarifplätze für die Menschen freizuhalten. So frisst ein nächtlicher Prüflauf nicht das Kontingent, das am nächsten Morgen jemand für seine eigentliche Arbeit braucht.
Ein Wort zum Datenschutz
An der Datenlage ändert das gemeinsame Kontingent nichts. Als wir im September die Datenschutzseiten nachgelesen haben, galt: In Business, Enterprise, Edu und über die API trainiert OpenAI standardmäßig nicht mit den Inhalten, in Plus und Pro können Inhalte fürs Training genutzt werden, mit einem Schalter in den Einstellungen. Einzelheiten stehen in unserem Vergleich Claude oder ChatGPT im Betrieb. Wer im Betrieb noch private Plus- oder Pro-Konten für die Arbeit an Firmencode oder mit Kundendaten nutzt, sollte die Umstellung als Anlass nehmen, das zu ändern. Die gleiche Frage stellt sich bei Anthropic, wie wir in unserem Beitrag zu Claude Ultra beschrieben haben.
Was wir tun würden
Bis Ende November den Verbrauch im Arbeitsbereich ansehen und die Leute markieren, die Codex viel nutzen. Mit ihnen klären, ob Business reicht. Eine Regel für den Kauf von Guthaben festlegen. Automatisierte Abläufe auf einen API-Schlüssel mit eigenem Budget umstellen. Und sobald OpenAI die Kontingentgrößen veröffentlicht, die Rechnung einmal neu machen.
Bei Fragen zu Tarifen, Verträgen oder der Einrichtung im Team sprechen Sie mit uns.
Quellen
Abgerufen am 02.11.2026.
- OpenAI Help Center: Understanding ChatGPT and Codex usage limits (laut Berichten aktualisiert am 31.10.2026; für automatische Abrufe gesperrt, Inhalt nach den beiden folgenden Wiedergaben)
- Pasquale Pillitteri: OpenAI Confirms One Shared Usage Limit for ChatGPT and Codex From December (01.11.2026; Tarife, Token, Instant-Chat, Usage-Ansicht, Guthaben, offene Punkte)
- SmartScope: ChatGPT and Codex Usage Allowance Shared From December (Stand 01.11.2026; wörtliche Zitate der Hilfeseite, Schätzung 5 bis 45 Nachrichten bei Plus mit GPT-6 Astra)
- ChatGPT Learn: Codex Pricing (Business 20 US-Dollar je Platz und Monat, Guthaben für den Arbeitsbereich, ChatGPT Work und Codex teilen die Nutzung, Enterprise und Edu mit flexibler Abrechnung ohne feste Limits, Anmeldung per API-Schlüssel mit API-Abrechnung und ohne Cloud-Funktionen)
Stand: 2. November 2026. Sobald OpenAI den Umstellungstag und die Kontingentgrößen nennt, ergänzen wir sie hier.
Häufige Fragen
- Was ändert sich im Dezember bei ChatGPT und Codex?
- Nach der Hilfeseite von OpenAI, wie sie mehrere Berichte vom 31. Oktober und 1. November wiedergeben, teilen sich ChatGPT und Codex in den Tarifen Plus, Pro und Business ab Dezember 2026 ein gemeinsames Nutzungskontingent. Gemessen wird in Token. Der schnelle Chat im Instant-Modus zählt nicht dazu.
- Betrifft das auch Enterprise und Edu?
- Die Hilfeseite nennt nach den Berichten nur Plus, Pro und Business. Für Enterprise und Edu mit flexibler Abrechnung gibt es laut der Codex-Preisseite schon heute keine festen Limits. Enterprise- und Edu-Konten ohne flexible Abrechnung haben dort dieselben Limits je Platz wie Plus. Ob sie in das gemeinsame Kontingent einbezogen werden, ist offen.
- Was passiert, wenn das Kontingent aufgebraucht ist?
- Man kann auf die Rücksetzung warten, in einen größeren Tarif wechseln oder Guthaben kaufen. Im Business-Tarif läuft das über Guthaben für den ganzen Arbeitsbereich, das der Administrator kauft. Den Restbestand und den Zeitpunkt der nächsten Rücksetzung zeigt ChatGPT in den Einstellungen unter Usage.
- Wie viel ist im gemeinsamen Kontingent enthalten?
- Das hat OpenAI noch nicht veröffentlicht. Bekannt sind weder der genaue Umstellungstag im Dezember noch die Größe des Kontingents je Tarif. OpenAI schreibt nach den Berichten nur, die meisten Nutzer würden nicht häufiger auf eine Rücksetzung warten müssen als heute.
- Kann man Codex auch außerhalb des Tarifs nutzen?
- Ja. Laut der Codex-Preisseite lässt sich Codex mit einem API-Schlüssel anmelden. Dann wird nach API-Preisen je Token abgerechnet, das Kontingent im ChatGPT-Tarif bleibt unberührt. Dafür fehlen Cloud-Funktionen wie die Code-Prüfung in GitHub und die Slack-Anbindung.
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