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Claude Max 20x heißt jetzt Ultra: Was sich ändert und warum der Tarif trotzdem kein Firmentarif ist

Anthropic hat den größten Einzeltarif von Claude umbenannt. Aus Max 20x wird Ultra, der Preis bleibt bei 200 US-Dollar im Monat, das Fünf-Stunden-Limit fällt für verifizierte Konten weg. Wir erklären, was sich wirklich ändert, warum aus „20x“ auf der Preisseite „10x“ geworden ist, und warum Ultra für die Arbeit mit Kunden- und Mitarbeiterdaten der falsche Tarif bleibt.

Annett Krusch
Claude Max 20x heißt jetzt Ultra: Was sich ändert und warum der Tarif trotzdem kein Firmentarif ist (Mit KI erzeugtes Bild) Mit KI erzeugtes Bild. Mehr zur KI-Transparenz

Seit dem 30. Oktober gibt es bei Claude einen Tarif mit neuem Namen. Der bisherige Einzeltarif Max 20x heißt jetzt Ultra. Wir haben es selbst gemerkt, weil unser eigenes Abo ohne jede Nachfrage umgestellt wurde. Im Konto stand am Morgen einfach ein anderer Name.

Der erste Eindruck bei uns war: Ultra klingt nach mehr, ist es also günstiger geworden oder teurer? Weder noch. Was sich wirklich ändert, steht in der Hilfe von Anthropic, und ein Punkt darin ist für Betriebe wichtiger als die neue Bezeichnung.

Was sich geändert hat

Anthropic schreibt in der Hilfe zum neuen Tarif: Max 20x heißt jetzt Ultra, bestehende Abonnenten wechseln automatisch, der Preis ändert sich nicht. Ultra kostet 200 US-Dollar im Monat und ist nur monatlich zu haben. Der kleinere Tarif mit 100 US-Dollar, früher Max 5x, heißt nur noch Max.

Neu sind zwei Dinge. Verifizierte Ultra-Konten haben kein Fünf-Stunden-Limit mehr, es gilt nur noch die Grenze je Woche. Und das monatliche Guthaben für die Claude-API steigt bei Ultra auf 200 US-Dollar, bei Max bleibt es bei 100. Dieses Guthaben muss man im Konto abrufen, es fließt nicht von selbst auf ein API-Konto.

Für die Arbeit heißt das: Wer bisher mitten in einer langen Aufgabe vom Fünf-Stunden-Fenster ausgebremst wurde, kann jetzt durcharbeiten, bis die Wochenmenge aufgebraucht ist. Wer an einem Tag sehr viel macht, hat am Ende der Woche entsprechend weniger übrig. Das Spitzenmodell Fable darf dabei höchstens die Hälfte der Wochenmenge verbrauchen, das gilt bei Max und Ultra gleichermaßen.

Warum aus 20x jetzt 10x geworden ist

Auf der Preisseite steht bei Ultra „10x Pro usage every week“. Das liest sich zunächst wie eine Halbierung, schließlich hieß der Tarif bis gestern Max 20x. Es ist aber eine andere Rechnung. Die alte Zahl bezog sich auf das Fünf-Stunden-Fenster, die neue auf die Woche. Bei Max steht weiterhin „5x Pro usage every 5 hours and every week“, dort gilt die Zahl für beides.

Ob die Wochenmenge von Ultra genau der von Max 20x entspricht, schreibt Anthropic in der Hilfe nicht ausdrücklich. Es heißt dort nur, der Preis bleibe gleich. Wer es genau wissen will, schaut in den nächsten Wochen unter Einstellungen > Nutzung nach, wie schnell sich der Wochenbalken füllt.

Verifiziert heißt nicht: selbst bestätigt

Das Fünf-Stunden-Limit fällt nur für verifizierte Konten weg. Anthropic prüft das automatisch anhand von Merkmalen wie der Konto- und Zahlungshistorie, um Betrug und Missbrauch zu verhindern. Bis die Prüfung abgeschlossen ist, gilt ein vorläufiges Limit. Man kann sie nicht beschleunigen, und die Bestätigung der Telefonnummer beim Kauf ist laut Anthropic ein anderer Schritt, der daran nichts ändert.

Prüfen lässt es sich in einer Sekunde. Unter Einstellungen > Nutzung gibt es bei nicht verifizierten Konten einen Balken für die aktuelle Sitzung. Ist er verschwunden, ist das Konto verifiziert.

Ultra bleibt ein Tarif für Einzelpersonen

Jetzt der Punkt, der für Betriebe zählt. Die Hilfe zu Ultra beginnt mit dem Satz, der Artikel gelte für „paid Ultra plans for individual consumers“. Für Organisationen verweist Anthropic auf Team und Enterprise. Ultra ist also, wie Pro und Max, ein Verbrauchertarif.

Für Verbrauchertarife gelten die Verbraucherbedingungen von Anthropic. Dort entscheidet jeder Nutzer selbst, ob seine Chats zum Training verwendet werden, und bei Zustimmung bewahrt Anthropic sie fünf Jahre auf. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag gibt es nur in den Geschäftsbedingungen, die für Team, Enterprise und die API gelten. Das haben wir beim Start von Claude Duet ausführlich nachgelesen.

Eine Kleinigkeit ist uns beim Nachlesen aufgefallen. Die Datenschutzhilfe von Anthropic zählt die Verbraucherprodukte bis heute als „Claude Free, Pro, Max“ auf. Ultra steht dort noch nicht. Die Liste beginnt mit „such as“, sie ist also nicht abschließend, und die Ultra-Hilfe selbst nennt den Tarif ausdrücklich einen Verbrauchertarif. Wer seinem Datenschutzbeauftragten die Lage erklärt, sollte trotzdem beide Seiten zeigen, damit niemand aus der fehlenden Nennung etwas Falsches schließt.

Für einen Betrieb heißt das: Sobald in Claude personenbezogene Daten von Kunden, Bewerbern oder Beschäftigten landen, ist Claude ein Auftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO, und dafür braucht es einen Vertrag. Den bekommt man mit Ultra nicht, egal wie hoch das Limit ist.

Wann Team besser passt als Ultra

Der Team-Tarif ist für 2 bis 150 Personen gedacht. Ein Standardplatz kostet 25 US-Dollar im Monat bei monatlicher Zahlung und 20 bei jährlicher. Ein Premiumplatz kostet 125 beziehungsweise 100 US-Dollar und bringt laut Anthropic fünfmal so viel Nutzung wie ein Standardplatz. Beide Platzarten lassen sich mischen, dazu kommt bis zu 500 US-Dollar API-Guthaben im Monat für das ganze Team. Anthropic trainiert im Team-Tarif standardmäßig nicht mit den Inhalten.

Die Nutzungsmengen sind nicht eins zu eins vergleichbar, weil Anthropic sie jeweils relativ zu einem anderen Tarif angibt. Die Richtung ist aber klar. Wer allein sehr viel mit Claude arbeitet und dabei nur eigene Texte, Code ohne Kundendaten oder öffentliche Quellen verwendet, ist mit Ultra gut bedient. Wer im Betrieb mit Kundendaten arbeitet, braucht Team, auch wenn nur zwei Leute Claude nutzen, und gibt den Vielnutzern einen Premiumplatz.

Ein Fall, der leicht passiert: Der Geschäftsführer hat privat ein Max-Abo abgeschlossen, findet es gut und gibt den Zugang an die Buchhaltung weiter. Damit läuft die Arbeit mit Mitarbeiterdaten über einen Verbrauchertarif auf eine Privatperson, ohne Vertrag und ohne Verwaltung. Mit der Umbenennung in Ultra ändert sich daran nichts.

Was Sie jetzt tun sollten

Wer Ultra privat oder als Einzelunternehmer ohne fremde Daten nutzt, muss nichts tun. Es lohnt sich höchstens, das API-Guthaben abzurufen, falls man es braucht, und unter Einstellungen > Nutzung zu prüfen, ob das Konto verifiziert ist.

Wer im Betrieb Ultra- oder Max-Konten im Einsatz hat, sollte die Umbenennung als Anlass nehmen, einmal aufzuschreiben, wer welches Konto hat und was dort hineingeht. Wo Kundendaten dabei sind, gehört das Konto in einen Team-Tarif. Welche Regeln Anthropic für die Nutzung in Firmen aufstellt, haben wir in unserem Beitrag zur Nutzungsrichtlinie von Claude zusammengefasst, und was sich bei Enterprise im November ändert, steht im Beitrag zu Claude Enterprise mit Chat und Cowork.

Wenn Sie wissen wollen, welcher Tarif für Ihren Betrieb passt und was dafür im Vertrag stehen muss, sprechen Sie mit uns.

Quellen

Alle abgerufen am 31.10.2026.

  • Claude Hilfe: What is the Ultra plan? (Umbenennung von Max 20x, automatische Umstellung ohne Preisänderung, 200 US-Dollar, nur monatlich, zehnfache Wochennutzung, verifizierte Konten, Hinweis „individual consumers“)
  • Claude Hilfe: What is the Max plan? (100 US-Dollar, Fünf-Stunden- und Wochenlimit, getrenntes Wochenlimit für Fable, anteiliges API-Guthaben beim Wechsel)
  • Claude: Preisseite (Max „5x Pro usage every 5 hours and every week“, Ultra „10x Pro usage every week“, API-Guthaben 100 und 200 US-Dollar, Fable bis zur Hälfte der Wochenmenge, Team-Preise, bis zu 500 US-Dollar Guthaben, Preise ohne Steuer)
  • Anthropic Privacy Center: Is my data used for model training? (Verbraucherprodukte „such as Claude Free, Pro, Max“, kein Training bei kommerziellen Produkten)
  • Anthropic Privacy Center: Data Processing Addendum (Auftragsverarbeitungsvertrag als Teil der Geschäftsbedingungen)
  • Claude: Claude für Rechtsabteilungen (kein Training mit Inhalten im Team- und Enterprise-Tarif als Standard)

Stand: 31. Oktober 2026. Sobald Anthropic die Datenschutzhilfe um Ultra ergänzt oder sich an den Limits etwas ändert, passen wir den Beitrag an.

Häufige Fragen

Ist Claude Ultra teurer oder günstiger als Max 20x?
Weder noch. Ultra kostet laut Anthropic 200 US-Dollar im Monat, so viel wie vorher Max 20x. Bestehende Abos wurden automatisch umgestellt, ohne Preisänderung. Der Tarif mit 100 US-Dollar heißt jetzt nur noch Max. Die Preise auf der Preisseite verstehen sich ohne Steuer, Euro-Preise nennt die Seite nicht, und im App Store oder bei Google Play kann der Preis abweichen.
Warum steht bei Ultra 10x statt 20x?
Weil sich die Bezugsgröße geändert hat. Max 20x bezog sich auf die Nutzung je Fünf-Stunden-Fenster. Ultra hat für verifizierte Konten kein Fünf-Stunden-Fenster mehr, deshalb nennt Anthropic jetzt die Wochenmenge: das Zehnfache von Pro je Woche. Ob die Wochenmenge gegenüber Max 20x gleich geblieben ist, steht in der Hilfe von Anthropic nicht ausdrücklich.
Was ist ein verifiziertes Ultra-Konto?
Anthropic prüft Ultra-Konten automatisch, unter anderem anhand der Konto- und Zahlungshistorie. Bis die Prüfung durch ist, gilt ein vorläufiges Limit. Selbst tun kann man nichts, auch die Bestätigung der Telefonnummer beim Kauf hebt das Limit nicht auf. Ob das eigene Konto verifiziert ist, sieht man unter Einstellungen > Nutzung: Fehlt dort der Balken für die aktuelle Sitzung, ist es verifiziert.
Darf ein Betrieb Claude Ultra für Kundendaten nutzen?
Davon raten wir ab. Ultra ist laut Anthropic ein Tarif für Einzelpersonen. Für ihn gelten die Verbraucherbedingungen, nicht die Geschäftsbedingungen. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag bietet Anthropic nur für Team, Enterprise und die API an. Wer personenbezogene Daten von Kunden oder Beschäftigten verarbeitet, braucht nach Art. 28 DSGVO aber genau diesen Vertrag.
Was ist die Alternative zu Ultra für ein Team?
Der Team-Tarif für 2 bis 150 Personen. Standardplätze kosten 25 US-Dollar im Monat bei monatlicher Zahlung, 20 bei jährlicher. Premiumplätze mit fünfmal so viel Nutzung wie ein Standardplatz kosten 125 beziehungsweise 100 US-Dollar. Platzarten lassen sich mischen. Im Team-Tarif trainiert Anthropic nicht mit den Inhalten, und es gilt der Auftragsverarbeitungsvertrag.

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