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Praxis & Mittelstand

Was kostet ein KI-Telefonassistent?

Was kostet ein KI-Telefonassistent? (Mit KI erzeugtes Bild) Mit KI erzeugtes Bild. Mehr zur KI-Transparenz

Die kurze Antwort

Ein KI-Telefonassistent kostet bei fertigen Diensten zwischen 39 und etwa 120 Euro im Monat, wenn Sie wenige hundert Anrufe oder Minuten im Monat haben. Wer auf einer Entwicklerplattform baut, zahlt je Minute und bekommt dafür mehr Freiheit, aber auch mehr Arbeit. Die Einrichtung ist bei fertigen Diensten oft gratis, kostet aber Ihre Zeit oder die Zeit eines Dienstleisters, sobald Kalender, CRM oder Datenschutz dazukommen.

Alle Preise unten stammen von den Anbieterseiten und wurden am 18. Oktober 2026 abgerufen. Anbieter ändern Preise und befristen Angebote. Prüfen Sie vor einer Bestellung den aktuellen Stand.

Drei Preismodelle

Abo mit Anruf- oder Minutenkontingent. Sie zahlen monatlich und bekommen eine Menge inklusive. Mehr kostet extra. Das ist das übliche Modell für Handwerk, Praxen und kleine Büros.

Preis je Minute auf einer Plattform. Die Anbieter liefern Sprachmodell, Stimme und Telefonanbindung als Baukasten. Sie bauen den Assistenten selbst oder lassen ihn bauen. Dort zählt jede Gesprächsminute.

Anbieter ohne öffentliche Preise. Manche Branchenlösungen nennen keinen Preis. Doctolib bietet einen KI-Telefonassistenten für Praxen an, veröffentlicht dafür aber keine Preisliste, die wir finden konnten. Preisangaben Dritter widersprechen sich, deshalb nennen wir hier keine Zahl. Fragen Sie bei Doctolib nach einem Angebot, wenn Sie Praxisverwaltung und Telefon aus einer Hand wollen.

Was die Anbieter verlangen

IONOS

Der KI-Telefonassistent von IONOS hat drei Tarife, alle monatlich kündbar, Preise inklusive Mehrwertsteuer (IONOS, Produktseite):

Tarif Preis im Monat Anrufe inklusive Weiterer Anruf
Flex 39 € 30 0,49 €
Flex Pro 69 € 100 0,39 €
All-Flat Advanced 99 € unbegrenzt –

Terminbuchung mit Kalenderanbindung gibt es ab Flex Pro, die erweiterte API-Integration und ein Website-Widget im Tarif All-Flat Advanced. IONOS weist darauf hin, dass Angebote nur für begrenzte Zeit gelten und teils von Mindestvertragslaufzeiten abhängen, und wirbt aktuell mit einem kostenlosen ersten Monat. Welcher Tarif sich bei welcher Anrufzahl rechnet, haben wir im Beitrag IONOS KI-Telefonassistent: Preise, CRM, EU AI Act durchgerechnet.

fonio

fonio berechnet nach Minuten im Paket. Laut der Preisseite von fonio kostet das Paket Solo für den Telefonassistenten bei monatlicher Zahlung 119 Euro mit 1.000 Minuten (bei jährlicher Abrechnung 99 Euro im Monat), das Paket Team 359 Euro mit 3.600 Minuten (299 Euro bei jährlicher Abrechnung). fonio rechnet das selbst auf rund 0,12 bis 0,08 Euro je Minute um. Alle Preise sind netto, zuzüglich Umsatzsteuer. Jede weitere Telefonnummer kostet 9 Euro im Monat. Bei ausgehenden Anrufen fallen zusätzlich Kosten des Telefonanbieters an, die von Zielnummer und Land abhängen.

Plattformen mit Minutenpreis

Retell, eine Plattform für Sprachassistenten, nennt für den Pay-as-you-go-Tarif 0,07 bis 0,31 US-Dollar je Minute, je nach Konfiguration (Retell, Preise). Der Anbieter ist ein US-Unternehmen und rechnet in Dollar ab. Für den Einsatz mit personenbezogenen Daten gelten die Fragen aus unserem Beitrag zum Auftragsverarbeitungsvertrag mit KI-Anbietern.

Was die Kosten treibt

  1. Gesprächsminuten. Ein Anrufer, der drei Minuten lang nach Öffnungszeiten fragt, kostet bei Minutenabrechnung mehr als einer, der in einer Minute einen Rückruf hinterlässt.
  2. Kalender und CRM. Bei IONOS entscheidet der Tarif darüber, ob der Assistent Termine bucht oder nur eine E-Mail schickt. Sollen Kundendaten in Ihr CRM, ist meist ein zusätzlicher Workflow nötig.
  3. Telefonnummern und gleichzeitige Anrufe. Bei fonio kosten weitere Nummern extra, und das kleinste Paket führt keine gleichzeitigen Anrufe.
  4. Ausgehende Anrufe. Hier berechnen manche Anbieter zusätzlich die Leitungskosten.
  5. Einrichtung und Pflege. Die Wissensbasis, die Begrüßung und die Regeln für Notfälle müssen jemand schreiben und aktuell halten. Stimmen die Öffnungszeiten auf Ihrer Website nicht, nennt der Assistent sie falsch.
  6. Datenschutz. Auftragsverarbeitungsvertrag, Datenschutzerklärung und gegebenenfalls eine Prüfung der Unterauftragnehmer.

Ein Rechenbeispiel

Ein Handwerksbetrieb bekommt fünf Anrufe pro Werktag, bei etwa 21,7 Werktagen sind das rund 108 Anrufe im Monat. Wir nehmen an, ein Gespräch dauert im Schnitt drei Minuten, das macht rund 325 Minuten. Die Annahme zur Dauer ist unsere, prüfen Sie sie an Ihrer Anrufliste.

  • IONOS Flex Pro: 69 € plus 8 weitere Anrufe zu 0,39 € gleich 72,12 € im Monat, inklusive Mehrwertsteuer. Mit Flex wären es 39 € plus 78 × 0,49 € gleich 77,22 €, aber ohne Kalender.
  • fonio Solo: 119 € netto bei monatlicher Zahlung, also 141,61 € brutto (19 % Umsatzsteuer). Die 1.000 Minuten sind nicht ausgeschöpft.
  • Retell als Baustein: 325 Minuten × 0,07 bis 0,31 US-Dollar gleich etwa 23 bis 101 US-Dollar im Monat, dazu kommen Telefonanbindung, Entwicklung und Betrieb des Assistenten.

Im ersten Jahr kommt bei uns eine Einrichtung dazu: Wir richten den IONOS-Assistenten ab 199 Euro einmalig ein, die Pflege kostet 29 Euro im Monat, eine ERP- oder CRM-Anbindung 399 bis 999 Euro einmalig plus 29 bis 49 Euro im Monat (KI-Telefonassistent von Krynex Labs). Ein Betrieb mit IONOS Flex Pro, unserer Einrichtung und ohne Anbindung liegt damit im ersten Jahr bei rund 1.065 Euro (12 × 72,12 € plus 199 €), ohne die optionale Pflege.

Ob sich das lohnt, rechnet nur Ihr eigenes Anrufverhalten aus: Was kostet Sie ein Anruf, der unbeantwortet bleibt? Die Zahl kennen Sie besser als jede Statistik.

Mit Ihren eigenen Anrufzahlen rechnet unser Kostenrechner für Telefon-KI IONOS, ElevenLabs und die Personalzeit nebeneinander durch.

Pflichten: der Hinweis nach Art. 50 KI-VO

Auch der günstigste Assistent muss sich als KI zu erkennen geben. Nach Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689 stellen Anbieter sicher, dass Personen informiert werden, dass sie mit einem KI-System interagieren, es sei denn, das ist aus Sicht einer angemessen informierten, aufmerksamen und verständigen Person offensichtlich. Nach Abs. 5 muss die Information spätestens zum Zeitpunkt der ersten Interaktion klar und eindeutig erfolgen. Die Verordnung gilt laut ihrem Art. 113 ab dem 2. August 2026.

Wie das am Telefon aussehen soll, beschreibt die Kommission in ihren Leitlinien vom 20. Juli 2026 (C(2026) 5054) in Randnummer 37: eine ausdrückliche gesprochene Aussage zu Beginn, etwa „Dies ist ein KI-gestützter Assistent“, bei längeren Gesprächen ergänzt um Erinnerungen. Töne allein gelten nicht als ausreichend (Leitlinien der Europäischen Kommission). Die Begrüßung stellen Sie bei den fertigen Diensten selbst ein. Wer sie kürzt, weil sie am Telefon lang klingt, streicht leicht genau den Satz mit dem KI-Hinweis. Weitere Fragen zum Datenschutz bei IONOS behandelt unser Blog-Beitrag.

Häufige Fragen

Gibt es einen kostenlosen KI-Telefonassistenten?

IONOS bietet aktuell einen kostenlosen ersten Monat an. Danach fallen die Tarife an. Dauerhaft kostenlose Dienste, die für geschäftliche Anrufe geeignet sind und einen Auftragsverarbeitungsvertrag bieten, kennen wir nicht.

Was kostet die Einrichtung?

Bei fertigen Diensten richten Sie selbst ein, das ist in der Regel im Preis enthalten. Wollen Sie Hilfe bei Begrüßung, Notfallregeln und Anbindung, kommt der Aufwand eines Dienstleisters dazu. Unsere Preise stehen oben.

Ab wie vielen Anrufen lohnt sich ein größerer Tarif?

Bei IONOS nach unserer Rechnung mit den Listenpreisen: Flex Pro ist ab 92 Anrufen im Monat günstiger als Flex, die All-Flat ab 177 Anrufen.

Muss ich Anrufer um Erlaubnis bitten?

Der KI-Hinweis ist Pflicht. Ob Sie darüber hinaus eine Einwilligung brauchen, hängt davon ab, ob Gespräche aufgezeichnet werden. IONOS schreibt in seiner Datenschutz-Übersicht, Anrufe würden nicht aufgezeichnet.

Stand: 18. Oktober 2026. Quellen: Anbieterseiten von IONOS, fonio und Retell (abgerufen 18.10.2026), Verordnung (EU) 2024/1689 auf EUR-Lex, Leitlinien der Europäischen Kommission C(2026) 5054 vom 20.07.2026. Kein Rechtsrat.

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