KI-Telefonassistent von IONOS: was er kostet, was er ans CRM liefert und was der AI Act verlangt
Der KI-Telefonassistent von IONOS kostet 39, 69 oder 99 Euro im Monat. Wir haben Tarife, Datenschutzangaben und Einrichtungshilfe am 2. Oktober 2026 bei IONOS nachgesehen: ab wie vielen Anrufen sich welcher Tarif rechnet, wann Kalender und CRM dabei sind, wie die Begrüßung nach Art. 50 der KI-Verordnung klingen muss und an welcher Stelle sich die IONOS-Unterlagen widersprechen.
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Guten Tag. Ich bin eine KI. Und das muss ich Ihnen sagen, gleich im ersten Satz. Seit dem 2. August ist das Pflicht. Für viele Betriebe bin ich die Antwort auf ein altes Problem: Das Telefon klingelt, und keiner hat die Hände frei. Bei IONOS gibt es mich ab 39 Euro im Monat. Drei Tarife. Flex: 39 Euro, 30 Anrufe inklusive, jeder weitere 49 Cent. Flex Pro: 69 Euro, 100 Anrufe, und ich buche Termine direkt in Ihren Kalender. All-Flat Advanced: 99 Euro, so viele Anrufe, wie Sie wollen, dazu eine Schnittstelle für Ihr CRM. Welcher Tarif passt? Wir haben nachgerechnet. Bis 91 Anrufe im Monat ist Flex am günstigsten. Ab 92 Anrufen Flex Pro. Ab 177 die Flatrate. Fünf Anrufe am Werktag, das sind schon gut 100 im Monat. Wer vor allem Termine vergibt, landet also bei Flex Pro. Und nach dem Anruf? Im großen Tarif gibt es eine Schnittstelle. Darüber landet das Gespräch dort, wo Sie arbeiten: als Kontakt und Notiz im CRM, als Auftrag oder Ticket im ERP. IONOS nennt HubSpot, Salesforce und Zendesk. Für andere Systeme bauen wir die Brücke mit n8n. Und wenn ich mehr können soll? Mit ElevenLabs lässt sich ein Sprachagent selbst bauen, der im Gespräch im ERP nachsieht. Bei 100 Anrufen im Monat kostet das rund 25 Euro, ohne Sprachmodell und ohne Steuer. Bei 1.000 Anrufen sind es schon rund 242. Die Flatrate von IONOS bleibt bei 99 Euro. Und jetzt die Falle. Die Begrüßung klingt am Telefon lang. Also wird gekürzt. Und gestrichen wird genau der Satz, der Pflicht ist. Ein Signalton reicht nicht. Nur „Assistent“ zu sagen, reicht auch nicht. Es muss klar sein: Hier spricht eine KI. So wie ich es eben getan habe. Alle Zahlen und eine fertige Begrüßung finden Sie auf krynexlabs.de.
Die kurze Antwort zuerst. Der KI-Telefonassistent von IONOS kostet 39, 69 oder 99 Euro im Monat, inklusive Mehrwertsteuer und laut IONOS monatlich kündbar. Er nimmt Anrufe an, beantwortet Fragen aus dem Wissen Ihrer Website, leitet weiter und schickt Ihnen eine Zusammenfassung per E-Mail. Kalender gibt es erst ab dem mittleren Tarif, eine echte API-Anbindung an CRM und Workflows erst im großen. Und er muss sich am Telefon als KI zu erkennen geben, das verlangt seit dem 2. August 2026 die KI-Verordnung.
Alle Angaben zu Tarifen, Funktionen und Datenschutz stammen von der Produktseite und den Hilfeseiten von IONOS, abgerufen am 2. Oktober 2026. IONOS weist selbst darauf hin, dass Angebote nur für begrenzte Zeit gelten und teils von Mindestvertragslaufzeiten abhängen. Vor einer Bestellung lohnt also ein Blick auf den aktuellen Stand.
Die drei Tarife
| Flex | Flex Pro | All-Flat Advanced | |
|---|---|---|---|
| Preis im Monat | 39 € | 69 € | 99 € |
| Anrufe inklusive | 30 | 100 | unbegrenzt |
| Jeder weitere Anruf | 0,49 € | 0,39 € | – |
| Weiterleitungsziele | 1 | bis 5 | unbegrenzt |
| Terminbuchung mit Kalender | nein | ja | ja |
| Erweiterte API-Anbindung, Website-Widget | nein | nein | ja |
In allen drei Tarifen enthalten sind die Anrufhistorie, die Zusammenfassung per E-Mail, eine Auswahl aus bis zu 14 Stimmen und die Wahl, ob der Assistent Anrufer siezt oder duzt. Sein Wissen bezieht er laut IONOS vor allem aus Ihrer eigenen Website.
Ab wie vielen Anrufen sich welcher Tarif rechnet
Die Frage, die IONOS nicht beantwortet, haben wir nachgerechnet. Grundlage sind die Listenpreise oben, gerechnet mit Anrufen pro Monat:
| Anrufe im Monat | Flex | Flex Pro | All-Flat Advanced |
|---|---|---|---|
| 30 | 39,00 € | 69,00 € | 99,00 € |
| 60 | 53,70 € | 69,00 € | 99,00 € |
| 100 | 73,30 € | 69,00 € | 99,00 € |
| 150 | 97,80 € | 88,50 € | 99,00 € |
| 200 | 122,30 € | 108,00 € | 99,00 € |
Die Schwellen liegen bei 92 Anrufen, ab denen Flex Pro günstiger ist als Flex, und bei 177 Anrufen, ab denen sich die All-Flat lohnt. Zum Vergleich: Ein Betrieb mit fünf Anrufen am Werktag kommt auf gut 100 im Monat. Für einen Handwerksbetrieb, der vor allem Rückrufwünsche und Terminanfragen bekommt, ist deshalb fast immer Flex Pro der richtige Tarif, schon weil Flex keine Kalenderanbindung hat.
CRM, Kalender und Workflows: was in welchem Tarif geht
Hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen einem Anrufbeantworter mit Sprachmodell und einem Assistenten, der Arbeit abnimmt.
Flex schickt eine Zusammenfassung per E-Mail. Daraus macht ein Mensch einen Eintrag im CRM oder einen Rückruf. Das ist besser als eine Sprachnachricht, aber die Übertragung bleibt Handarbeit.
Flex Pro bucht Termine direkt in den Kalender. IONOS nennt Google, Outlook, Cal.com und Calendly. Für Betriebe, deren Anrufe zum größten Teil Terminwünsche sind, ist das der entscheidende Schritt.
All-Flat Advanced bringt die erweiterte API-Integration. Laut IONOS lässt sich der Assistent mit CRM- und Support-Werkzeugen verbinden, genannt werden HubSpot, Salesforce und Zendesk, dazu die eigene Make- oder n8n-Instanz für Automatisierungen. In der Tarifübersicht steht die erweiterte API-Integration nur beim großen Tarif. Ob einzelne Anbindungen auch in den kleineren Tarifen gehen, sagt IONOS nicht eindeutig. Fragen Sie das vor der Bestellung, wenn die CRM-Anbindung der Grund für den Kauf ist.
Für ein CRM, das nicht auf der Liste steht, etwa lexoffice, sevDesk, weclapp oder Odoo, ist n8n meist der praktische Weg. Ein Workflow nimmt die Daten nach dem Anruf entgegen, sucht den Kontakt anhand der Telefonnummer, legt ihn bei Bedarf neu an und hängt die Zusammenfassung als Notiz oder Aufgabe an. Wie wir n8n im Betrieb aufsetzen, steht im Beitrag n8n im Unternehmen selbst hosten. Wenn wir die Anbindung für Sie bauen sollen: IONOS-Telefonassistent einrichten und an CRM oder ERP anbinden.
Drei Dinge sollten Sie vor dem Bau einer solchen Anbindung festlegen:
- Wann ein Mensch sofort informiert wird. Beschwerden, Kündigungen und echte Notfälle gehören nicht in die Abendzusammenfassung.
- Wie ein Anrufer im CRM erkannt wird. Die Telefonnummer ist der naheliegende Schlüssel. Firmen mit Zentrale und Durchwahlen brauchen eine Regel, sonst entstehen doppelte Kontakte.
- Was der Assistent nicht zusagen darf. Preise, Liefertermine und Kulanz sollte er an einen Menschen weitergeben, statt sie aus der Website zusammenzureimen.
Was die KI-Verordnung verlangt
Seit dem 2. August 2026 gilt Art. 50 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689. Nach Abs. 1 müssen Systeme, die direkt mit Menschen sprechen, diese darüber informieren, dass sie mit einer KI sprechen. Nach Abs. 5 muss das spätestens bei der ersten Interaktion klar und eindeutig geschehen.
Wie das am Telefon aussieht, beschreibt die Leitlinie der EU-Kommission vom 20. Juli 2026 in Randnummer 37: eine ausdrückliche Ansage zu Beginn, etwa „Dies ist ein KI-gestützter Assistent“, bei längeren Gesprächen ergänzt um Erinnerungen. Ein Signalton allein reicht nach der Leitlinie nicht. Ebenfalls nicht genug sind ein Hinweis nur in den AGB oder die bloße Bezeichnung als „Assistent“ (Randnummer 38). Gerade bei menschlich klingenden Stimmen greift die Ausnahme für offensichtliche Fälle nicht.
IONOS schreibt in der Einrichtungshilfe selbst vor, dass sich der Assistent bei der Begrüßung zwingend als KI identifizieren und auf die Datenschutzerklärung hinweisen muss. Der Einrichtungsassistent berücksichtigt das von sich aus.
Formal ist der Hersteller des Systems der Anbieter und schuldet den Hinweis. Weil Sie die Begrüßung aber selbst einstellen, liegt es praktisch bei Ihnen, dass er drin bleibt. Wer die Begrüßung kürzt, weil sie am Telefon lang klingt, streicht genau den Satz, um den es geht. Eine Begrüßung, die beides leistet und trotzdem nicht steif klingt:
„Guten Tag, Sie sprechen mit der KI-Assistentin der Firma Müller Haustechnik. Ich nehme Ihr Anliegen auf und gebe es an das Team weiter. Hinweise zum Datenschutz finden Sie auf unserer Website. Was kann ich für Sie tun?“
Mehr zu den Grenzfällen, auch zur Frage, wann ein selbst gebautes System Sie zum Anbieter macht, steht in unserem Beitrag zur KI-Kennzeichnungspflicht.
Hochrisiko ist ein solcher Assistent in der Regel nicht. Terminannahme, Weiterleitung und Rückrufnotizen stehen nicht in Anhang III der Verordnung. Anders ist es bei Diensten mit Notfallbezug: Systeme, die Notrufe bewerten und einstufen oder den Einsatz von Not- und Rettungsdiensten priorisieren, nennt Anhang III Nr. 5 Buchstabe d ausdrücklich. Wer einen Notdienst betreibt und den Assistenten über die Dringlichkeit entscheiden lässt, sollte das vor dem Start prüfen lassen.
Datenschutz: was IONOS speichert und wo es hakt
Laut der Datenschutz-Übersicht von IONOS werden Anrufe nicht aufgezeichnet und kein Audio gespeichert. Das Transkript wird gelöscht, sobald die Zusammenfassung verschickt ist. Zusammenfassung und Metadaten bleiben für die Dauer des Vertrags gespeichert und werden spätestens drei Monate nach Vertragsende gelöscht. Wer die Gesprächsnotizen länger braucht, muss sie also selbst ablegen, etwa im CRM.
Dass nichts aufgezeichnet wird, ist für die Strafbarkeit nach § 201 StGB wichtig, der das Aufnehmen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes auf einen Tonträger erfasst. Wer dagegen zusätzlich eine eigene Aufzeichnung einschaltet, etwa in der Telefonanlage, braucht dafür eine eigene Grundlage und eine Ansage.
Zur Verarbeitung schreibt IONOS: auf dedizierten EU-Instanzen in europäischen Rechenzentren, durchgeführt von einem technischen Unterauftragnehmer. Wer dieser Unterauftragnehmer ist und welches Sprachmodell läuft, nennt IONOS nicht. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist vorhanden.
Und hier liegt die Stelle, an der sich die IONOS-Unterlagen widersprechen. Der Mustertext für Ihre Datenschutzerklärung, den IONOS selbst bereitstellt, erwähnt mögliche Übermittlungen auch in die USA, abgesichert über das Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln. Die Datenschutz-Übersicht spricht nur von der EU. Beides kann nicht gleichzeitig vollständig sein. Bevor Sie den Mustertext übernehmen, fragen Sie bei IONOS schriftlich nach, welche Fassung gilt, und lassen Sie sich den Unterauftragnehmer nennen. In Ihre Datenschutzerklärung gehört, was tatsächlich passiert, nicht der Text, der weniger Fragen aufwirft.
Für Berufe mit Schweigepflicht, also Ärzte, Anwälte, Steuerberater, reicht diese Prüfung allein nicht. Dort kommt § 203 StGB hinzu, der die Weitergabe von Geheimnissen an Dienstleister nur unter zusätzlichen Bedingungen erlaubt. Diese Frage gehört vor dem Start zur Kammer oder zu einem Anwalt.
Vor dem Start: eine Woche Probebetrieb
Zurzeit bietet IONOS den ersten Monat kostenlos an. Nutzen Sie ihn als Test, bevor Kunden den Assistenten hören:
- Website prüfen. Der Assistent antwortet aus Ihrer Website. Stehen dort veraltete Öffnungszeiten oder Preise, sagt er sie am Telefon.
- Zehn echte Anliegen durchspielen, darunter die unangenehmen: eine Beschwerde, eine Frage nach dem Preis, ein Anrufer, der nur einen Menschen sprechen will.
- Begrüßung abnehmen. KI-Hinweis und Datenschutzhinweis müssen im ersten Satz hörbar sein, auch wenn jemand mitten in der Ansage spricht.
- Zusammenfassungen lesen. Stimmen Name, Rückrufnummer und Anliegen? Eine falsche Nummer in der Zusammenfassung kostet mehr als ein verpasster Anruf.
- Datenschutzerklärung anpassen, nachdem die Frage zur USA-Übermittlung geklärt ist.
Wie unterschiedlich gut solche Dienste in der Praxis eingerichtet sind, haben wir im Mai bei zehn Anbietern von Telefon-KI und ihren Kunden nachgesehen. Das Ergebnis steht im Beitrag Telefon-AI für 99 € im Monat. Wenn Sie den IONOS-Assistenten einrichten und an Ihr CRM anbinden lassen wollen, finden Sie unser Angebot unter KI-Telefonassistent.
Häufige Fragen
- Was kostet der KI-Telefonassistent von IONOS?
- Drei Tarife, Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand 2. Oktober 2026: Flex 39 Euro im Monat mit 30 Anrufen, danach 0,49 Euro je Anruf. Flex Pro 69 Euro mit 100 Anrufen, danach 0,39 Euro, dazu Terminbuchung mit Kalenderanbindung. All-Flat Advanced 99 Euro mit unbegrenzten Anrufen und erweiterter API-Anbindung. Alle Tarife sind laut IONOS monatlich kündbar.
- Ab wie vielen Anrufen lohnt sich welcher Tarif?
- Nach unserer Rechnung mit den Listenpreisen ist Flex bis 91 Anrufe im Monat am günstigsten, Flex Pro von 92 bis 176 Anrufen, ab 177 Anrufen die All-Flat. Wer Termine direkt in den Kalender buchen lassen will, braucht unabhängig von der Anrufzahl mindestens Flex Pro.
- Lässt sich der IONOS-Telefonassistent an ein CRM anbinden?
- Laut IONOS ja, genannt werden HubSpot, Salesforce und Zendesk, außerdem lässt sich eine eigene Make- oder n8n-Instanz anbinden. Die erweiterte API-Integration steht in der Tarifübersicht nur beim Tarif All-Flat Advanced für 99 Euro. In allen Tarifen bekommen Sie die Anrufzusammenfassung per E-Mail.
- Muss der Telefonassistent sagen, dass er eine KI ist?
- Ja. Seit dem 2. August 2026 gilt Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung. Der Hinweis muss spätestens bei der ersten Interaktion klar erkennbar kommen. Die Leitlinie der EU-Kommission nennt für Sprachsysteme eine ausdrückliche Ansage zu Beginn, bei längeren Gesprächen ergänzt um Erinnerungen. Ein Signalton allein reicht nicht, ein Name wie „Assistent“ ebenfalls nicht. IONOS schreibt den KI-Hinweis in der Begrüßung selbst vor.
- Ist ein KI-Telefonassistent ein Hochrisiko-System nach dem AI Act?
- Für Terminannahme, Weiterleitung und Rückrufnotizen nicht, diese Aufgaben stehen nicht in Anhang III. Vorsicht gilt bei Notdiensten: Systeme, die Notrufe bewerten und einstufen oder den Einsatz von Not- und Rettungsdiensten priorisieren, nennt Anhang III Nr. 5 Buchstabe d ausdrücklich.
- Wo verarbeitet IONOS die Anrufdaten?
- In der Datenschutz-Übersicht schreibt IONOS, die Verarbeitung finde auf dedizierten EU-Instanzen in europäischen Rechenzentren statt, die Technik liefere ein technischer Unterauftragnehmer. Der IONOS-Mustertext für die Datenschutzerklärung erwähnt dagegen mögliche Übermittlungen in die USA. Diesen Widerspruch sollten Sie vor dem Einsatz bei IONOS klären lassen.