OpenAI-Modelle in Google Cloud: Was der Start für Betriebe in der EU bedeutet und was noch fehlt
Seit dem 21. Oktober bietet Google Cloud GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna im Model Garden an, zunächst als private Vorschau. Wir haben nachgesehen, was Google zu Region und Datenresidenz zusagt, und die drei Wege zu GPT mit Verarbeitung in der EU in Euro verglichen: OpenAI direkt, Azure und jetzt Vertex.
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Am 21. Oktober haben Google und OpenAI angekündigt, dass OpenAI-Modelle in Google Cloud kommen. Im Model Garden, der Modellauswahl von Google Cloud, stehen seitdem GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna. Laut CNBC sind die OpenAI-Modelle damit bei allen drei großen Cloud-Anbietern vertreten, nicht mehr nur bei OpenAI selbst und bei Microsoft.
Für Betriebe in Deutschland ist an der Meldung vor allem eine Frage interessant: Wird das ein weiterer Weg, GPT mit Verarbeitung in der EU zu nutzen? Die Ankündigung beantwortet das nicht. Wir haben deshalb in die Dokumentation von Google gesehen und die drei Wege, die es heute gibt, mit Preisen in Euro nebeneinandergestellt.
Was Google und OpenAI angekündigt haben
Google nennt drei Modelle. GPT-6 Astra ist das stärkste, für Programmieren, Computerbedienung und anspruchsvolle Facharbeit. GPT-6.1 Sol soll nach Googles Worten fast an Astra heranreichen, zu geringeren Kosten. GPT-6 Luna ist das schnelle, günstige Modell für Alltagsaufgaben in großer Menge.
Verfügbar sind die Modelle zunächst als private Vorschau für ausgewählte Unternehmenskunden. Wer sie nutzen will, trägt sich in ein Interessentenformular ein. Google nennt keinen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit.
Abgerechnet wird über den Google Cloud Marketplace. Die Nutzung erscheint auf der normalen Google-Cloud-Rechnung, zählt auf bestehende Mindestumsätze mit Google an und wird bei den modellübergreifenden Sparplänen (Flexible Savings Plans) mitgerechnet. Einen eigenen Vertrag mit OpenAI braucht man laut Google nicht.
Zum Datenschutz schreibt Google, dass Prompts, Kontext und Ausgaben im vom Kunden festgelegten Datenbereich bleiben und nicht zum Training von Basismodellen verwendet werden. Die Modelle laufen auf eigener Google-Infrastruktur, Anfragen gehen über abgeschottete Gateways, und jede Anfrage läuft unter einer angemeldeten Identität mit Audit-Protokoll. Zwei Punkte sind ausdrücklich noch nicht verfügbar, sondern als „coming soon“ angekündigt: Zero Data Retention, also eine Verarbeitung ganz ohne Speicherung, und Confidential Compute.
Ebenfalls angekündigt, aber noch nicht da: GPT-Modelle in Gemini for Business und in Googles Programmierumgebung Antigravity. Schon heute lässt sich laut Google die Codex-Kommandozeile von OpenAI mit der Gemini-Plattform als Rechenbasis verbinden.
Was in der Ankündigung fehlt: die Region
Weder Google noch OpenAI nennen in ihren Ankündigungen eine Region. Bei Google heißt es nur, die Daten blieben im „designated data perimeter“ des Kunden. Das ist eine Aussage über Zugriff, nicht über den Ort der Verarbeitung.
Wo Partnermodelle in Vertex AI rechnen, regelt Google auf einer eigenen Seite zur Datenresidenz. Wir haben sie am Morgen des 22. Oktober aufgerufen. Sie trägt den Stand vom 21. Oktober, wurde also am Tag der Ankündigung noch bearbeitet. In der Tabelle der Partnermodelle stehen die Claude-Modelle von Anthropic und mehrere Mistral-Modelle, mit Spalten für die US-Region, die EU-Region und einzelne Länder. Claude Opus 5.5 etwa ist dort für die EU-Region als unterstützt markiert. Ein GPT-Modell steht dort nicht. Von OpenAI finden sich nur die beiden frei verfügbaren Modelle gpt-oss-120b und gpt-oss-20b in einer anderen Tabelle.
Dazu kommt eine Regel, die für alle Modelle gilt: Der globale Endpunkt von Vertex AI verarbeitet Daten nach Googles eigenen Worten „anywhere globally“, ohne Zusage zum Ort. Eine Verarbeitung innerhalb der EU gibt es nur über den EU-Endpunkt, und welches Partnermodell ihn unterstützt, steht in eben dieser Tabelle. Großbritannien und die Schweiz zählen dabei übrigens nicht zur EU-Region.
Solange GPT-6 dort fehlt, sollte man für Vertex nicht von einer Verarbeitung in der EU ausgehen. Das kann sich mit der allgemeinen Verfügbarkeit ändern, und wir sehen dann wieder nach.
Drei Wege zu GPT-6 mit Verarbeitung in der EU
Heute gibt es zwei Wege, GPT-6 mit Verarbeitung in Europa zu nutzen, und einen dritten, der kommt.
OpenAI direkt. OpenAI bietet für die API einen europäischen Endpunkt (eu.api.openai.com) mit Speicherung und Verarbeitung im EWR und in der Schweiz. Voraussetzung ist eine Freigabe für Zero Data Retention oder für eine eingeschränkte Missbrauchskontrolle, dazu ein Vertragszusatz. Für Modelle, die am 5. März 2026 oder später erschienen sind, berechnet OpenAI 10 Prozent Aufschlag. Die GPT-6-Familie ist im September erschienen, der Aufschlag gilt also.
Microsoft Azure. Microsoft bietet GPT-6 Astra, GPT-6 Sol und GPT-6 Luna in der EU-Datenzone an. Die Preise liegen dort 20 Prozent über den Listenpreisen von OpenAI.
Google Cloud. Private Vorschau, keine Preise, keine EU-Zusage.
So sieht das in Euro aus, je Million Token, Kurs der EZB vom 21. Oktober 2026 (1,1234 US-Dollar je Euro), kurze Eingaben:
| Modell | OpenAI Liste (USA) | OpenAI EU-Endpunkt | Azure EU-Datenzone | Google Cloud |
|---|---|---|---|---|
| GPT-6 Astra, Eingabe / Ausgabe | 8,90 € / 44,51 € | 9,79 € / 48,96 € | 10,68 € / 53,41 € | noch kein Preis |
| GPT-6 Sol, Eingabe / Ausgabe | 1,78 € / 8,90 € | 1,96 € / 9,79 € | 2,14 € / 10,68 € | noch kein Preis |
| GPT-6 Luna, Eingabe / Ausgabe | 0,09 € / 0,45 € | 0,10 € / 0,49 € | 0,11 € / 0,53 € | noch kein Preis |
Bei Google heißt das mittlere Modell GPT-6.1 Sol, bei Azure GPT-6 Sol. Bei OpenAI kosten beide Fassungen gleich viel.
Was heißt das im Betrieb? Nehmen wir einen Kundendienst-Assistenten, der im Monat 50 Millionen Token liest und 10 Millionen Token schreibt, auf GPT-6 Sol. Über den EU-Endpunkt von OpenAI kostet das rund 196 Euro, über die EU-Datenzone von Azure rund 214 Euro. Der Unterschied von 18 Euro im Monat entscheidet kaum etwas. Entscheidend ist, wo die Daten verarbeitet werden, wer Auftragsverarbeiter ist und ob der Vertrag zu dem passt, was Ihr Betrieb ohnehin schon nutzt.
Für wen sich Vertex lohnen wird
Der Weg über Google Cloud ist vor allem dann interessant, wenn Ihr Betrieb schon dort arbeitet. Wer mit Google Mindestumsätze vereinbart hat, kann GPT-6 künftig darauf anrechnen, statt bei OpenAI oder Microsoft einen zweiten Vertrag abzuschließen. Zugriffsrechte, Audit-Protokolle und VPC Service Controls kommen aus derselben Verwaltung wie der Rest der eigenen Cloud. Und wer ohnehin Gemini oder Claude über Vertex nutzt, kann GPT als weiteres Modell hinter dieselbe Schnittstelle hängen.
Für Betriebe ohne Google Cloud ändert die Meldung dagegen wenig. Ein neues Cloud-Konto nur für GPT-6 lohnt den Aufwand nicht, solange es den EU-Endpunkt von OpenAI und die EU-Datenzone von Azure gibt.
Rechtlich gilt für alle drei Wege dieselbe Grundlage. Google, Microsoft und OpenAI sind nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert. Wie belastbar das langfristig ist und welche Fragen beim EuGH noch offen sind, haben wir in Schrems II 2026: Azure OpenAI, AWS Bedrock und Google Vertex zusammengefasst.
Was Sie jetzt tun können
Wenn personenbezogene Daten im Spiel sind, nutzen Sie GPT-6 heute über den EU-Endpunkt von OpenAI oder über die EU-Datenzone von Azure. Beides ist dokumentiert, beides hat einen Preis, und für beides gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Wie man ChatGPT und die API datenschutzgerecht einkauft, steht in Darf ich ChatGPT DSGVO-konform für Geschäftsdaten nutzen?.
Wenn Ihr Betrieb Google Cloud nutzt, lohnt sich der Eintrag ins Interessentenformular. Testen Sie in der Vorschau aber nur mit Daten ohne Personenbezug, bis Google GPT-6 in der Tabelle zur Datenresidenz mit EU-Spalte führt. Fragen Sie bei Ihrem Ansprechpartner bei Google ausdrücklich nach dem EU-Endpunkt, nicht nur nach dem „Datenbereich“.
Und wenn Sie gerade erst überlegen, welches Modell für welche Aufgabe taugt: Die Preise und Stärken der einzelnen GPT-Modelle stehen in unserem Überblick Welches OpenAI-Modell für welchen Zweck, der Vergleich mit Claude in GPT-6 Sol und Luna im Preisvergleich mit Opus 5.5.
Wir helfen Ihnen gern, den passenden Weg für Ihren Betrieb zu finden, mit Region, Vertrag und Kosten auf einem Blatt. Melden Sie sich bei uns.
Quellen
Alle abgerufen am 22.10.2026.
- Google Cloud Blog: Google Cloud expands model choice and flexibility, bringing OpenAI models to customers, 21.10.2026
- OpenAI: OpenAI models are coming to Google Cloud, 21.10.2026
- Google Cloud Dokumentation: Data residency, Stand 21.10.2026 (Tabelle der Partnermodelle, globaler und EU-Endpunkt)
- OpenAI: Your data (Datenresidenz in Europa, Voraussetzungen) und Pricing (Listenpreise, 10 Prozent Aufschlag für regionale Verarbeitung)
- Microsoft Azure Blog: GPT-6 Astra, Sol, and Luna for production AI agents in Microsoft Foundry (Preise EU-Datenzone)
- CNBC: OpenAI to bring AI models to Google’s cloud, in further expansion beyond Microsoft, 21.10.2026
- Europäische Zentralbank: Referenzkurs US-Dollar vom 21.10.2026 (1,1234)
Stand: 22. Oktober 2026. Sobald Google GPT-6 allgemein verfügbar macht oder eine EU-Region dafür dokumentiert, ergänzen wir den Beitrag.
Häufige Fragen
- Kann ich GPT-6 jetzt über Google Cloud nutzen?
- Nur in Ausnahmefällen. Google rollt GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna seit dem 21. Oktober 2026 als private Vorschau für ausgewählte Unternehmenskunden aus. Wer Interesse hat, trägt sich in ein Formular von Google Cloud ein. Einen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit nennt Google nicht, OpenAI spricht von den kommenden Wochen.
- Werden die Daten bei GPT-6 in Google Cloud in der EU verarbeitet?
- Das sagt Google bisher nicht zu. In der Ankündigung steht keine Region. In der Übersicht zur Datenresidenz für Partnermodelle, Stand 21. Oktober 2026, stehen Claude- und Mistral-Modelle, Claude Opus 5.5 etwa mit Zusage für die EU-Region, aber kein GPT-Modell. Bis Google dort einen Eintrag ergänzt, sollte man nicht von einer Verarbeitung in der EU ausgehen.
- Was kostet GPT-6 mit Verarbeitung in der EU?
- Bei OpenAI direkt kostet GPT-6 Sol über den europäischen Endpunkt 2,20 US-Dollar je Million Eingabe-Token und 11 US-Dollar je Million Ausgabe-Token, das sind 10 Prozent Aufschlag auf den Listenpreis. Bei Microsoft Azure kostet dasselbe Modell in der EU-Datenzone 2,40 und 12 US-Dollar. Für Google Cloud gibt es noch keinen veröffentlichten Preis.
- Für wen lohnt sich der Weg über Google Cloud?
- Vor allem für Betriebe, die schon Google Cloud nutzen und dort Mindestumsätze vereinbart haben. Die Nutzung von GPT-6 wird über den Google Cloud Marketplace abgerechnet, läuft auf derselben Rechnung und zählt auf bestehende Zusagen an. Dazu kommen Zugriffsrechte, Audit-Protokolle und VPC Service Controls aus derselben Verwaltung.
- Werden unsere Daten in Google Cloud zum Training von OpenAI-Modellen verwendet?
- Laut Google nicht. Prompts, Kontext und Ausgaben bleiben im vom Kunden festgelegten Datenbereich und werden nicht zum Training von Basismodellen verwendet. Eine Option ohne jede Speicherung (Zero Data Retention) kündigt Google als „coming soon“ an, sie ist also noch nicht verfügbar.
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