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#KI-Strategie#Kosten#ROI#KI-Einführung#Mittelstand

Nur 12 Prozent rechnen nach: So stellen Sie KI-Kosten und Nutzen im Mittelstand gegenüber

Laut KPMG bewerten nur 12 Prozent der Unternehmen den Nutzen von KI konsequent gegen die Kosten. Bei denen, die messbare Erträge haben, ist es fast jeder Zweite. Wir zeigen, welche Kosten in der Rechnung meist fehlen, wie man Nutzen ehrlich misst und wie eine Gegenüberstellung für einen Betrieb mit 40 Mitarbeitenden aussehen kann.

Annett Krusch
Nur 12 Prozent rechnen nach: So stellen Sie KI-Kosten und Nutzen im Mittelstand gegenüber (Mit KI erzeugtes Bild) Mit KI erzeugtes Bild. Mehr zur KI-Transparenz

KPMG hat Mitte Oktober seinen Global AI Pulse für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Befragt wurden mehr als 2.100 Führungskräfte in 20 Ländern. Eine Zahl daraus sieht sehr gut aus: 89 Prozent berichten von messbarem Mehrwert durch KI. Eine andere steht etwas versteckt daneben und ist die eigentliche Nachricht. Nur 12 Prozent bewerten den Wertbeitrag von KI unternehmensweit und konsequent im Verhältnis zu den Kosten, die dabei entstehen.

Fast alle sehen also Nutzen, aber kaum jemand rechnet ihn gegen die Kosten. Wie das zusammenpasst, zeigt eine dritte Zahl. Bei den Unternehmen, die messbare Erträge aus KI ziehen, bewertet fast jedes zweite Kosten und Nutzen konsequent, genau 48 Prozent. Wer nachrechnet, verdient eher Geld mit KI. Oder anders herum: Wer Geld mit KI verdient, weiß das, weil er nachrechnet.

Die Befragten sind überwiegend große Konzerne, die im Schnitt 210 Millionen US-Dollar für KI in den nächsten zwölf Monaten einplanen. Die Lehre gilt für einen Betrieb mit 40 Leuten trotzdem, eher noch stärker. Dort fällt eine falsche Entscheidung über ein paar tausend Euro im Jahr nicht im Rauschen eines Großbudgets unter, sondern in der eigenen Kasse auf.

Warum so wenige nachrechnen

KI fühlt sich billig an. Eine Lizenz kostet im Monat so viel wie ein Geschäftsessen, und die ersten Ergebnisse sind beeindruckend. Ein Text, für den man früher eine Stunde gebraucht hat, steht in einer Minute da. Wer das einmal erlebt hat, hält den Nutzen für selbstverständlich und die Kosten für vernachlässigbar.

Beides stimmt selten. Der Text in einer Minute muss gelesen, geprüft und oft nachgebessert werden. Die Lizenz ist nur der sichtbare Teil der Kosten. Und der Nutzen entsteht erst, wenn die gesparte Zeit für etwas anderes verwendet wird, nicht schon dadurch, dass sie gespart wird.

Welche Kosten in der Rechnung fehlen

Wenn wir mit Betrieben über KI-Kosten sprechen, steht auf der Liste fast immer nur der Lizenzpreis. Die vollständige Rechnung hat mehr Zeilen.

Lizenzen und Nutzung. Neben dem festen Preis je Nutzer gibt es immer öfter Kosten, die mit der Zahl der Anfragen wachsen, etwa bei Anbindungen über eine Schnittstelle oder bei Agenten, die selbstständig viele Schritte gehen. Diese Kosten sind schwer vorherzusagen und sollten mit einer Obergrenze begrenzt werden.

Einführung. Auswahl, Einrichtung, Anbindung an E-Mail, Ablage oder Warenwirtschaft, dazu Datenschutzprüfung und Auftragsverarbeitungsvertrag. Das fällt einmal an, ist aber oft größer als die Lizenzkosten des ersten Jahres.

Schulung. Nicht nur ein Termin zum Start, sondern die Zeit, bis die Leute wissen, wofür sich das Werkzeug lohnt und wofür nicht. Für Betriebe in Sachsen gibt es dafür Förderung, dazu unten mehr.

Prüfen und Nachbessern. Das ist der größte und am häufigsten vergessene Posten. Jedes Ergebnis, das nach außen geht oder in eine Entscheidung einfließt, muss jemand prüfen. Wer das nicht einrechnet, rechnet sich die KI schön.

Pflege. Vorlagen, Anweisungen und Anbindungen veralten. Modelle werden ersetzt und verhalten sich danach anders. Jemand muss sich darum kümmern.

Wie man Nutzen ehrlich misst

Der verlässlichste Weg ist ein Vorher-Nachher-Vergleich an einem klar abgegrenzten Ablauf. Nicht „KI im Vertrieb“, sondern „Angebote für Standardanfragen“. Nicht „KI in der Buchhaltung“, sondern „Prüfung eingehender Rechnungen“.

Messen Sie vorher, wie lange der Ablauf dauert und wie oft Fehler passieren. Messen Sie nach vier bis acht Wochen mit KI dasselbe, einschließlich der Zeit für das Prüfen. Zählen Sie nur die Zeit, die wirklich für etwas anderes genutzt wird. Eine Mitarbeiterin, die Angebote doppelt so schnell schreibt, aber nicht mehr Angebote schreibt, spart keine Kosten, solange die gewonnene Zeit nirgends ankommt.

Neben der Zeit gibt es Nutzen, der sich schwerer in Euro fassen lässt: schnellere Antwort an Kunden, weniger Fehler, weniger Abhängigkeit von einzelnen Personen. Schreiben Sie ihn auf, aber trennen Sie ihn von der Euro-Rechnung. Sonst wird er zum Joker, der jede Rechnung aufgehen lässt.

Ein Beispiel für einen Betrieb mit 40 Mitarbeitenden

Ein Beispiel mit angenommenen Werten, keine Preise eines bestimmten Anbieters. Ein Großhändler mit 40 Mitarbeitenden will KI im Innendienst einsetzen, für Angebote auf Standardanfragen. Acht Personen arbeiten damit.

Auf der Kostenseite stehen im ersten Jahr acht Lizenzen zu je 30 Euro im Monat, also 2.880 Euro, dazu nutzungsabhängige Kosten von geschätzt 600 Euro. Einführung, Anbindung an die Warenwirtschaft und Datenschutz kosten einmalig 6.000 Euro. Schulung und Einarbeitung binden acht Personen je zwei Tage, bei 45 Euro Kosten je Stunde sind das 5.760 Euro. Für Pflege rechnen wir zwei Stunden im Monat, gut 1.000 Euro im Jahr. Das erste Jahr kostet damit rund 16.300 Euro, die Folgejahre ohne Einführung und Schulung etwa 4.500 Euro.

Auf der Nutzenseite schreibt der Innendienst 3.000 Angebote im Jahr. Jedes dauert heute im Schnitt 25 Minuten, mit KI 10 Minuten plus 5 Minuten Prüfen. Das spart 10 Minuten je Angebot, 500 Stunden im Jahr, bei 45 Euro also 22.500 Euro. Aber nur, wenn die Zeit für mehr Angebote, schnellere Antworten oder liegengebliebene Arbeit genutzt wird.

Im ersten Jahr bleiben so gut 6.000 Euro übrig, ab dem zweiten Jahr rund 18.000. Rechnet man das Prüfen nicht ein, sähe das erste Jahr fast dreimal so gut aus. Genau diese Lücke ist der Unterschied zwischen den 12 Prozent und dem Rest. Und wenn die Prüfung statt 5 Minuten 12 braucht, weil die Ergebnisse oft nicht passen, schrumpft der Nutzen auf 150 Stunden und das erste Jahr wird zum Verlust.

Was Sie jetzt tun können

Suchen Sie sich einen Ablauf aus, der oft vorkommt, viel Zeit kostet und dessen Ergebnis sich schnell prüfen lässt. Messen Sie ihn vorher, setzen Sie eine Kostengrenze für die nutzungsabhängigen Kosten, und bewerten Sie nach drei Monaten mit derselben Rechnung. Wenn es sich lohnt, nehmen Sie den nächsten Ablauf dazu. Wenn nicht, haben Sie wenig verloren und viel gelernt.

Welche Abläufe in Ihrem Betrieb dafür infrage kommen, zeigt unser kostenloser Quick-Check. Eine vollständige Bewertung mit Kosten-Nutzen-Rechnung für Ihre wichtigsten Abläufe ist Teil unseres KI-Audits. Was die einzelnen Sprachmodelle im Betrieb kosten, vergleichen wir in LLM-Preise vergleichen, und welche Förderung es in Sachsen für Schulung und Einführung gibt, steht bei Förderung KI in Sachsen.

Wenn Sie Ihre eigene Rechnung mit uns durchgehen wollen, melden Sie sich.

Quellen

Abgerufen am 23.10.2026.

  • KPMG Österreich: Global AI Pulse Q3 2026, Seite mit Datum 15.10.2026 (mehr als 2.100 Führungskräfte in 20 Ländern; 89 Prozent messbarer Mehrwert; 12 Prozent bewerten den Wertbeitrag konsequent im Verhältnis zu den Kosten, 48 Prozent bei Unternehmen mit messbaren KI-Erträgen; geplante Investitionen im Schnitt 210 Millionen US-Dollar)
  • Rechenbeispiel: eigene Annahmen, keine Preise eines bestimmten Anbieters

Stand: 23. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Was hat KPMG zu KI-Kosten und Nutzen herausgefunden?
Im Global AI Pulse für das dritte Quartal 2026 hat KPMG mehr als 2.100 Führungskräfte in 20 Ländern befragt. 89 Prozent berichten von messbarem Mehrwert durch KI. Aber nur 12 Prozent bewerten den Wertbeitrag von KI unternehmensweit und konsequent im Verhältnis zu den Kosten. Bei Unternehmen mit messbaren KI-Erträgen sind es 48 Prozent.
Welche Kosten werden bei KI am häufigsten vergessen?
Nach unserer Erfahrung vor allem die interne Arbeitszeit: für Einführung, Schulung, das Pflegen von Vorlagen und Anbindungen und vor allem für das Prüfen der Ergebnisse. Dazu kommen nutzungsabhängige Kosten, die mit der Zahl der Anfragen steigen, und der Aufwand für Datenschutz und Dokumentation.
Wie misst man den Nutzen von KI im Betrieb?
Am verlässlichsten über einen Vorher-Nachher-Vergleich an einem klar abgegrenzten Ablauf: Wie lange dauert ein Angebot, eine Rechnungsprüfung oder eine Kundenanfrage heute, wie lange mit KI, und wie oft muss nachgebessert werden? Gesparte Minuten zählen nur, wenn sie für etwas anderes genutzt werden. Sonst sind sie kein Gewinn, sondern Leerlauf.
Ab wann lohnt sich KI für einen kleinen Betrieb?
Das hängt nicht an der Größe, sondern am Ablauf. Lohnend sind Aufgaben, die oft vorkommen, viel Zeit kosten und deren Ergebnis sich schnell prüfen lässt. Eine Lizenz für jeden ist selten der richtige Start. Besser ist ein Ablauf mit klarer Messung, der nach drei Monaten bewertet wird.

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