Copilot Business nach Verbrauch: Was die neue Abrechnung ab 1. Dezember 2026 für deutsche Firmen bedeutet
Microsoft schaltet ab dem 1. Dezember 2026 für neue Copilot-Business-Lizenzen über CSP die Abrechnung nach Verbrauch standardmäßig ein, mit einer Grenze von 4.000 Copilot Credits je Nutzer und Monat. Deutschland ist zunächst ausgenommen. Wir haben die Ankündigung, die Preisseiten und die Admin-Dokumentation im Original gelesen: was ein Credit kostet, wofür er verbraucht wird, was das bei 20 Nutzern im schlimmsten Fall heißt und welche Einstellung Sie jetzt prüfen sollten, auch wenn Ihr Betrieb noch gar nicht betroffen ist.
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Microsoft stellt die Abrechnung von Copilot um. Bisher zahlte ein kleiner Betrieb für Microsoft 365 Copilot Business einen festen Betrag je Nutzer und Monat. Ab dem 1. Dezember 2026 ist bei neuen Lizenzen, die über einen Microsoft-Partner im CSP-Programm gekauft werden, zusätzlich die Abrechnung nach Verbrauch standardmäßig eingeschaltet. Bezahlt wird in Copilot Credits, und die voreingestellte Grenze liegt bei 4.000 Credits je Nutzer und Monat.
Für Betriebe in Deutschland gibt es eine Einschränkung, die in vielen Zusammenfassungen fehlt: Deutschland ist zunächst ausgenommen. Das steht im Kleingedruckten der Ankündigung. Wir halten die Änderung trotzdem für wichtig, denn die Credits gibt es auch hier schon, und eine Einstellung im Admin-Center verdient einen Blick, bevor sie Geld kostet.
Wir haben die Ankündigung im Partner Center, die Preisseiten und die Dokumentation für Administratoren am 14. Oktober 2026 im Original gelesen. Die Quellen stehen am Ende.
Was Microsoft angekündigt hat
Die Ankündigung stammt vom 1. Oktober 2026 und richtet sich an Microsoft-Partner, die Copilot Business verkaufen. Der Kern im Wortlaut:
„Starting December 1, 2026, usage-based billing will be enabled by default for new Microsoft 365 Copilot Business licenses purchased in Cloud Solution Provider (CSP).“
Dazu nennt Microsoft vier Einzelheiten:
- Termin: 1. Dezember 2026. Zuvor war der 2. November 2026 angekündigt.
- Betroffen: Neukäufe von Copilot-Business-Lizenzen, als Einzelangebot und im Paket. Bestehende Lizenzen nennt die Ankündigung nicht.
- Grenze: 4.000 Copilot Credits je Nutzer und Monat, von Administratoren änderbar.
- Länder: „It will initially not be available in Australia, Belgium, Brazil, France, Germany, India, Italy, Korea, the Netherlands, Poland, and Spain.“
Welche Dienste Credits verbrauchen, zählt die Ankündigung beispielhaft auf: Copilot Cowork, die Work IQ APIs und GitHub Copilot Harness. Die Admin-Dokumentation nennt für Microsoft 365 Copilot außerdem „Advanced work“ in SharePoint und OneDrive, die Copilot Managed Runtime und den Teams Phone Agent.
Was ein Credit kostet
Microsofts Lizenzleitfaden nennt einen Preis: 0,01 US-Dollar je Copilot Credit im Pay-as-you-go-Modell. Einen Euro-Preis und ein Datum zeigt die Seite nicht. Mit dem Referenzkurs der EZB vom 13. Oktober 2026 (1 Euro = 1,1188 US-Dollar) sind das rund 0,89 Cent je Credit.
Schwieriger ist die Frage, wie viele Credits eine Aufgabe braucht. Für die meisten Dienste nennt Microsoft keine festen Sätze. Fest ist nur die Work IQ Tools API mit 0,1 Credit je Aufruf. Für Copilot Cowork und für die aufwendigen Aufgaben in SharePoint schreibt Microsoft, der Verbrauch hänge von Art und Umfang der Aufgabe ab. Zur Planung verweist Microsoft auf einen eigenen Credit-Schätzer.
Wer vorab kauft, bekommt im Pre-Purchase Plan Rabatt, gestaffelt von 5 Prozent ab 300.000 Credits bis 20 Prozent ab 300 Millionen. Nicht genutzte Credits verfallen am Ende der Laufzeit. Für einen kleinen Betrieb ist das selten sinnvoll, solange niemand weiß, wie viel er verbraucht.
Die Rechnung für einen Betrieb mit 20 Nutzern
Die Lizenz selbst ändert sich nicht. Laut deutscher Preisseite kostet Copilot Business 18,20 Euro je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026 gilt für das erste Jahr ein Aktionspreis von 15,60 Euro, bei monatlicher Abrechnung sind es 21,84 Euro. Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer, gelten für bis zu 300 Nutzer und setzen einen berechtigenden Microsoft-365-Business-Tarif voraus, der extra bezahlt wird.
Für 20 Nutzer, alle Beträge netto:
| Posten | je Monat |
|---|---|
| Lizenz zum Aktionspreis (15,60 €) | 312,00 € |
| Lizenz zum Normalpreis, jährlich (18,20 €) | 364,00 € |
| Lizenz bei monatlicher Abrechnung (21,84 €) | 436,80 € |
| Verbrauch, wenn alle 20 die Grenze von 4.000 Credits ausschöpfen | 800 US-Dollar, rund 715 € |
Die letzte Zeile ist eine Obergrenze und keine Prognose. Abgerechnet wird nur, was tatsächlich verbraucht wird. Wer niemals Cowork oder die aufwendigen SharePoint-Funktionen nutzt, zahlt nichts dazu. Die Rechnung zeigt aber, dass die voreingestellte Grenze die Lizenzkosten mehr als verdoppeln kann. Je Nutzer sind es bis zu 40 US-Dollar, rund 35,75 Euro zusätzlich zur Lizenz.
Was im Alltag inklusive bleibt
Microsoft hat Copilot in SharePoint am 30. September 2026 allgemein verfügbar gemacht und dabei ausdrücklich ein Mischmodell eingeführt. Die Dokumentation trennt sauber:
In der Copilot-Lizenz enthalten bleiben Fragen stellen, Inhalte finden, Word-, Excel- oder PowerPoint-Dateien erstellen, Seiten und Listen anlegen, einfache Regeln und Freigaben bauen und einzelne Dateien umbenennen oder teilen.
Credits kosten Arbeiten über große Dokumentenbestände, das Anlegen ganzer Websites, Massenbearbeitung, mehrstufige KI-Abläufe nach Zeitplan, das Ausfüllen von Metadaten in Echtzeit, Bilder erzeugen und Auswertungen zur Nutzung von Seiten.
Gut gelöst finden wir, dass Copilot in SharePoint vor dem Verbrauch fragt.
Laut Dokumentation bittet Copilot den Nutzer um Zustimmung, bevor eine
Aufgabe Credits kostet. Mit dem Befehl /cost sieht man, wie viele Credits
eine Aufgabe verbraucht hat und wie viel vom Monatslimit übrig ist. Bei
20 Prozent Rest kommt eine Warnung.
Die Einstellung, die Sie jetzt prüfen sollten
In der Admin-Dokumentation steht ein Satz, der unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient als die neue Standardeinstellung selbst:
„The Auto-apply new services setting is enabled by default for spending policies.“
Ausgabenregeln (Spending Policies) gelten also automatisch auch für Dienste, die Microsoft später hinzufügt. Wer heute eine Regel für Copilot Cowork anlegt, erlaubt damit ohne weiteren Klick auch den nächsten Agenten, den Microsoft in die Abrechnung aufnimmt. Microsoft weist selbst darauf hin und empfiehlt, bestehende Regeln daraufhin zu prüfen.
Unsere Empfehlung für Betriebe, die Copilot nutzen oder einführen wollen:
- Im Admin-Center unter Copilot > Cost management nachsehen, ob es schon Ausgabenregeln gibt, etwa aus der Einführung von Copilot Chat oder SharePoint-Agenten, die ebenfalls nach Verbrauch abgerechnet werden.
- „Auto-apply new services“ ausschalten, wenn neue Dienste erst geprüft werden sollen. Das gilt besonders für Agenten, die selbstständig handeln.
- Die Grenze je Nutzer bewusst setzen, statt die 4.000 Credits zu übernehmen, und nach dem ersten Monat am tatsächlichen Verbrauch nachjustieren.
- Credits nur an die geben, die sie brauchen. Microsoft empfiehlt das selbst: Inhaltsverantwortliche und Website-Verwalter zuerst, alle anderen kommen mit der Lizenz aus.
- Mit dem IT-Partner sprechen. Wer über einen CSP-Partner kauft, sollte fragen, wie die Einstellung beim nächsten Neukauf aussieht, sobald Deutschland dazukommt.
Ein Punkt zum Datenschutz
Microsoft sagt in der Datenschutz-Dokumentation zu Copilot, Eingaben, Antworten und Daten aus Microsoft Graph würden nicht zum Training der Sprachmodelle verwendet, und Datenverkehr aus der EU bleibe innerhalb der EU Data Boundary. Direkt darunter steht eine Ausnahme:
„Models provided by Anthropic as a subprocessor are currently excluded from the EU Data Boundary.“
Copilot kann also auch mit Modellen von Anthropic arbeiten, und für diese gilt die Zusage der EU-Datengrenze derzeit nicht. Laut Microsoft entscheidet der Administrator, ob diese Modelle genutzt werden. Wer personenbezogene Daten mit Copilot verarbeitet, sollte diese Einstellung kennen und in der Datenschutzdokumentation festhalten, wie sie gesetzt ist. Mehr dazu, warum der Ort der Verarbeitung zählt, steht in unserem Beitrag zu EU-Hosting.
Unsere Einschätzung
Die Umstellung ist kein Grund zur Sorge, aber ein deutlicher Wechsel im Geschäftsmodell. Copilot wird vom Abo mit festem Preis zum Abo mit Verbrauchsanteil, wie man es aus der Cloud kennt. Microsoft schreibt in der Ankündigung an die Partner selbst, frühe Nutzung schaffe „a natural path to expanded consumption“. Das ist ehrlich, und es zeigt, wohin die Reise geht.
Für einen Mittelständler heißt das: Die Kosten von Copilot hängen künftig davon ab, wie viel die Leute damit tun. Das lässt sich steuern, aber nur, wenn jemand die Regeln bewusst setzt. Dass Deutschland vorerst ausgenommen ist, gibt Zeit dafür. Wir würden sie nutzen, bevor die Standardeinstellung auch hier kommt.
Wenn Sie wissen möchten, welche KI-Werkzeuge in Ihrem Betrieb schon laufen und wer was freigeschaltet hat, ist unser KI-Audit der passende Einstieg. Warum das oft mehr ist, als die Geschäftsführung denkt, beschreiben wir im Beitrag zu Schatten-KI.
Quellen
- Microsoft Partner Center, Ankündigung vom 1. Oktober 2026: Update: Usage-based billing is default on for new Microsoft 365 Copilot Business licenses starting December 1, 2026 (Seite Oktober 2026, Stand 12.10.2026)
- Microsoft Learn: Usage-Based Billing and Cost Management for Copilot Credits (abrechenbare Dienste, „Auto-apply new services“, aktualisiert 02.10.2026)
- Microsoft Licensing: Copilot Credits (0,01 US-Dollar je Credit, Pre-Purchase Plan, Work IQ Tools API)
- Microsoft Deutschland: Preise Microsoft 365 Copilot (Copilot Business, abgerufen 14.10.2026)
- Microsoft Learn: Get started with Copilot in SharePoint (allgemeine Verfügbarkeit ab 30.09.2026, inklusive und kostenpflichtige Funktionen)
- Microsoft Learn: Data, Privacy, and Security for Microsoft Copilot (EU Data Boundary, Ausnahme Anthropic, aktualisiert 08.10.2026)
- Europäische Zentralbank: Euro-Referenzkurse (13.10.2026: 1 Euro = 1,1188 US-Dollar)
Häufige Fragen
- Was ändert sich bei Microsoft 365 Copilot Business am 1. Dezember 2026?
- Für neue Copilot-Business-Lizenzen, die über das CSP-Programm gekauft werden, ist ab dem 1. Dezember 2026 die Abrechnung nach Verbrauch standardmäßig eingeschaltet. Das hat Microsoft am 1. Oktober 2026 im Partner Center angekündigt. Ursprünglich war der 2. November 2026 genannt. Abgerechnet werden damit unter anderem Copilot Cowork, die Work IQ APIs und GitHub Copilot Harness, und zwar in Copilot Credits.
- Gilt die neue Standardeinstellung auch in Deutschland?
- Zunächst nicht. Microsoft schreibt in der Ankündigung, die Änderung sei anfangs nicht in Australien, Belgien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Korea, den Niederlanden, Polen und Spanien verfügbar. Weitere Informationen sollen folgen, sobald diese Märkte dazukommen. Einen Termin für Deutschland nennt Microsoft nicht.
- Was kostet ein Copilot Credit?
- Im Pay-as-you-go-Modell 0,01 US-Dollar je Credit, so steht es in Microsofts Lizenzleitfaden zu Copilot Credits. Einen Euro-Preis nennt die Seite nicht. Mit dem EZB-Referenzkurs vom 13. Oktober 2026 sind das rund 0,89 Cent. Wer vorab kauft, bekommt im Pre-Purchase Plan ab 300.000 Credits 5 Prozent Rabatt, nicht genutzte Credits verfallen am Ende der Laufzeit.
- Wie hoch kann die Rechnung werden?
- Die voreingestellte Grenze liegt bei 4.000 Copilot Credits je Nutzer und Monat. Das sind höchstens 40 US-Dollar oder rund 35,75 Euro zusätzlich zur Lizenz, je Nutzer und Monat. Bei 20 Nutzern läge die Obergrenze bei rund 715 Euro im Monat. Abgerechnet wird nur, was tatsächlich verbraucht wird, und Administratoren können die Grenze ändern.
- Was kostet Microsoft 365 Copilot Business als Lizenz?
- Laut deutscher Preisseite von Microsoft 18,20 Euro je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, im Aktionszeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026 für das erste Jahr 15,60 Euro. Bei monatlicher Abrechnung sind es 21,84 Euro. Alle Preise zuzüglich Mehrwertsteuer, für bis zu 300 Nutzer und nur zusätzlich zu einem berechtigenden Microsoft-365-Business-Tarif.
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