Claude Sonnet 5.5 eingeordnet: Preis, EU-Betrieb und ein Kurztest gegen Sonnet 5 und Opus 5.5
Anthropic hat am 28. September 2026 Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht. Der Listenpreis bleibt bei 2 und 10 US-Dollar je Million Token. Wir haben nachgesehen, wo das Modell in der EU läuft (auf Amazon Bedrock und bei Google Cloud auch mit EU-Verarbeitung), was es in Euro kostet, und es mit drei Büroaufgaben gegen Sonnet 5 und Opus 5.5 getestet: Kundenmail, Rechnung als JSON, Einordnung zu Art. 50 KI-VO.
Anthropic hat am 28. September 2026 Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht, sechs Tage nach Opus 5.5. Der Listenpreis bleibt bei 2 US-Dollar je Million Token Eingabe und 10 US-Dollar Ausgabe, genau wie bei Sonnet 5. Der Hersteller verspricht bessere Ergebnisse bei weniger Token je Aufgabe.
Für Betriebe in der EU ist die wichtigste Frage, wo das Modell läuft. Bei
Google Cloud läuft Sonnet 5.5 seit dem ersten Tag auch in der EU. Auf Amazon
Bedrock gibt es inzwischen ein EU-Profil (eu.anthropic.claude-sonnet-5-5),
das die Daten in EU-Regionen hält. Am 29. September führte das AWS-Datenblatt
noch nur das weltweite Profil. Aktualisiert am 3. Oktober 2026.
Wir haben am 29. September 2026 Preisliste, Dokumentation und Datenblätter nachgelesen und Sonnet 5.5 mit drei Aufgaben aus dem Büroalltag gegen Sonnet 5 und Opus 5.5 laufen lassen. Die Quellen stehen am Ende.
Offenlegung: Wir arbeiten täglich mit Claude und bieten Claude-Schulungen an. Leistungsangaben stammen vom Hersteller und sind als solche gekennzeichnet. Unser Test ist klein und ersetzt keinen Vergleich an Ihren eigenen Daten.
Was Anthropic sagt
Laut Anthropic ist Sonnet 5.5 „eine klare Verbesserung“ gegenüber Sonnet 5, gibt Text mehr als 30 Prozent schneller aus und kostet bei den meisten Aufgaben bis zu 30 Prozent weniger. Der Preis je Token ist derselbe. Die Ersparnis begründet der Hersteller damit, dass das Modell für dieselbe Arbeit deutlich weniger Token braucht.
Seine Stärken sieht Anthropic bei klar umrissenen Alltagsaufgaben, beim Beheben von Fehlern im Code und beim Erstellen von Dokumenten, Präsentationen und Tabellen. Bei komplexer, offener Arbeit, die über längere Zeit Urteilsvermögen verlangt, bleibe Opus 5.5 „klar stärker“. Die Benchmarks aus der Ankündigung übernehmen wir nicht. Sie sind Herstellerangaben, und für ein Büro, das Mails beantwortet und Belege verarbeitet, sagen sie wenig.
Drei technische Punkte sind für den Umstieg wichtig:
- Auf der Claude-Plattform denkt Sonnet 5.5 standardmäßig auf der Stufe „high“,
in den Claude-Apps auf „medium“. Wer Sonnet 5 bisher ohne Denken betreibt,
muss laut Anthropic auf die neue Einstellung
between_toolsumstellen. Ein vollständiges Abschalten unterstützt Sonnet 5.5 laut Google-Dokumentation nicht,between_toolsist die niedrigste Stufe. - Anfragen, die Anthropic als riskante Sicherheitsaufgaben einstuft, fallen sichtbar auf Sonnet 5 zurück. Normale Softwareentwicklung ist laut Hersteller nicht betroffen.
- Kontextfenster 1 Million Token, bis zu 128.000 Token Ausgabe, Wissensstand
Juni 2026. Die Modellkennung lautet
claude-sonnet-5-5.
Ein günstigeres Haiku 5.5 für große Mengen einfacher Aufgaben kündigt Anthropic „in den kommenden Wochen“ an, ohne Datum.
Die Preise in Euro
Umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28. September 2026 (1 Euro = 1,1378 US-Dollar), je Million Token, Listenpreis der Claude-API ohne Rabatte:
| Modell | Eingabe | Ausgabe | Cache-Lesen |
|---|---|---|---|
| Claude Sonnet 5.5 | 1,76 € | 8,79 € | 0,18 € |
| Claude Sonnet 5 | 1,76 € | 8,79 € | 0,18 € |
| Claude Opus 5.5 | 3,52 € | 17,58 € | 0,18 € |
| Claude Haiku 4.5 | 0,88 € | 4,39 € | 0,09 € |
Nachtrag 8. Oktober 2026: Anthropic hat das Cache-Lesen bei Sonnet 5.5 am 7. Oktober auf 0,10 US-Dollar halbiert, zum damaligen Kurs rund 0,09 €. Am selben Tag erschien Claude Haiku 5.5 für 0,10 und 0,50 US-Dollar.
Über die Batch-API, also für alles, was nicht sofort beantwortet werden muss, halbieren sich Eingabe und Ausgabe. Sonnet 5.5 kostet dann 0,88 € und 4,39 €.
Für die Beispielrechnung aus unserem Beitrag zu Opus 5.5, ein Kundenservice-Chatbot mit 40 Millionen Token Eingabe und 6 Millionen Token Ausgabe im Monat, heißt das: Sonnet 5.5 kostet wie Sonnet 5 rund 123 € im Monat, Opus 5.5 rund 246 €. Ob Sonnet 5.5 in Ihrem Fall tatsächlich weniger Token verbraucht als Sonnet 5, zeigt erst die eigene Abrechnung. Unser Test weiter unten deutet darauf hin, dass das bei kurzen Aufgaben nicht automatisch so ist.
Wo Sonnet 5.5 in der EU läuft
Claude-API direkt bei Anthropic: Die Dokumentation kennt für die Verarbeitung nur „global“ und „us“, gespeichert wird nur in den USA. Die Option „us“ kostet das 1,1-Fache. Laut Anthropic kann der Datenverkehr bei „global“ unter anderem nach Europa geleitet werden, eine Zusage für die EU ist das nicht. Daran hat sich mit Sonnet 5.5 nichts geändert.
Amazon Bedrock: Das AWS-Datenblatt zu Sonnet
5.5
führt inzwischen das EU-Profil eu.anthropic.claude-sonnet-5-5, das laut AWS
die Daten in EU-Regionen hält, darunter Frankfurt, Irland und Paris. Daneben
gibt es das globale Profil global.anthropic.claude-sonnet-5-5, das weltweit
ohne Beschränkung der Datenresidenz verteilt, und ein US-Profil. Ein Angebot
fest in einer einzelnen Region gibt es nicht: Wer „Frankfurt“ auswählt, bekommt
mit dem EU-Profil eine Verarbeitung irgendwo in den EU-Regionen, nicht in
Frankfurt allein. Am 29. September 2026 stand im Datenblatt noch allein das
globale Profil. Sonnet 5 und Opus 5.5 haben bei AWS ebenfalls ein EU-Profil.
Google Cloud: Google führt Sonnet 5.5 seit dem 28. September 2026 als allgemein verfügbar und nennt auf der Modellseite den Mehrregionen-Endpunkt „Europe“, sowohl für die Verfügbarkeit als auch für die Verarbeitung. Laut Anthropic verteilt dieser Endpunkt innerhalb der EU und kostet 10 Prozent mehr als der weltweite. Einzelne Regionen wie Frankfurt gibt es bei Google für die neuen Claude-Modelle nicht.
Wer Sonnet 5.5 mit EU-Verarbeitung braucht, hat damit zwei Wege: Google Cloud mit dem Endpunkt „Europe“ oder Amazon Bedrock mit dem EU-Profil. In beiden Fällen wird innerhalb der EU verteilt, nicht in einem festen Rechenzentrum.
Der Vertrag: Wer Claude direkt bei Anthropic nutzt, bekommt den Vertrag zur Auftragsverarbeitung laut Anthropic automatisch mit den kommerziellen Nutzungsbedingungen, samt Standardvertragsklauseln. Über AWS oder Google Cloud gelten die Bedingungen des Cloud-Anbieters. Mit Eingaben und Ausgaben aus kommerziellen Produkten trainiert Anthropic nach eigener Angabe standardmäßig nicht. Warum ein Serverstandort in der EU allein noch keine DSGVO-Konformität bedeutet, steht in AVV mit AI-Anbietern und Schrems II 2026.
Unser Kurztest
Wir haben am 29. September 2026 zwischen 11:27 und 11:31 Uhr UTC drei Aufgaben an Sonnet 5.5, Opus 5.5 und Sonnet 5 geschickt, jede dreimal pro Modell, also 27 Aufrufe. Zwei Einschränkungen vorweg. Wir sind über OpenRouter gegangen, einen Zwischenhändler, der die Anfragen an Anthropic weiterreicht. Wir haben OpenRouter angewiesen, nur die Anthropic-API zu nutzen, und das stand bei allen 27 Antworten so im Protokoll. Und eine Temperatur von 0 ließ sich nicht setzen: Laut OpenRouter nimmt die Anthropic-API diesen Parameter bei keinem der drei Modelle an. Die Denkstufe haben wir nicht verändert, jedes Modell lief in seiner Voreinstellung.
Die Aufgaben:
- Kundenmail: Eine verärgerte Kundin eines Heizungsbetriebs, deren Wartungstermin zum zweiten Mal ausfällt. Vorgegeben waren Grund, zwei neue Termine, als einziges Entgegenkommen der Erlass der Anfahrtspauschale von 39 Euro und höchstens 180 Wörter.
- Rechnung als JSON: Rechnungsnummer, Datum, Netto, Umsatzsteuer, Brutto und IBAN aus einer Elektrikerrechnung auslesen. Eingebaut waren eine Angebotsnummer, eine Abschlagszahlung mit abweichendem Zahlbetrag und eine alte, geschlossene IBAN. Geprüft haben wir maschinell gegen die Vorgabe.
- Art. 50 KI-VO: In höchstens 120 Wörtern einordnen, ob ein zugekaufter Website-Chatbot und KI-Bilder erfundener Bäder für Instagram unter Art. 50 fallen können. Das war ein Formulierungstest, keine Rechtsberatung, und wir bewerten die Antworten nicht juristisch.
Zeit und Kosten
Dauer vom Absenden bis zur vollständigen Antwort (Median aus drei Läufen), Kosten je Aufruf laut OpenRouter, die in allen 27 Fällen genau Listenpreis mal Token entsprachen:
| Aufgabe | Sonnet 5.5 | Sonnet 5 | Opus 5.5 |
|---|---|---|---|
| Kundenmail, Dauer | 5,6 s | 6,7 s | 12,2 s |
| Kundenmail, Kosten je 1.000 Mails | 6,66 € | 6,22 € | 27,15 € |
| Rechnung, Dauer | 3,5 s | 1,8 s | 4,4 s |
| Rechnung, Kosten je 1.000 Belege | 2,82 € | 2,10 € | 6,14 € |
| Art. 50, Dauer | 10,8 s | 7,1 s | 12,8 s |
| Art. 50, Kosten je 1.000 Anfragen | 11,30 € | 5,05 € | 23,81 € |
Der Grund für die Unterschiede liegt in den Ausgabe-Token, die das Nachdenken einschließen und voll berechnet werden. Bei der Art.-50-Aufgabe erzeugte Sonnet 5.5 im Mittel 1.220 Ausgabe-Token, davon rund 770 fürs Denken. Sonnet 5 kam mit 509 aus, davon 73 fürs Denken. Bei der Rechnung dachte Sonnet 5 gar nicht, Sonnet 5.5 rund 95 Token lang. Nur bei der Kundenmail lagen beide nah beieinander.
Die Herstellerangabe „bis zu 30 Prozent günstiger“ hat sich in diesem Test also nicht gezeigt. Das widerlegt sie nicht. Anthropic misst an längeren Aufgaben, bei denen ein Modell, das vorher nachdenkt, unterwegs Schritte spart. Bei einer kurzen Anfrage gibt es keine Schritte zu sparen, da kostet das Nachdenken nur. Ob eine niedrigere Denkstufe das ausgleicht, haben wir nicht getestet.
Was in den Antworten stand
Kundenmail: Alle neun Antworten der drei Modelle nannten beide Termine, den Grund und den Erlass der Anfahrtspauschale, keine versprach einen weiteren Nachlass, alle blieben unter 180 Wörtern. Unterschiede gab es im Ton. Sonnet 5.5 und Opus 5.5 schrieben kürzere Sätze und fingen mit dem Ärger der Kundin an („Sie haben sich extra Urlaub genommen, und nun fällt der Termin aus.“). Sonnet 5 griff in zwei von drei Läufen zu Formeln wie „aufrichtige Entschuldigung“ und „Unannehmlichkeiten“ und setzte im Mailtext zwei bis vier Gedankenstriche, die beiden 5.5-Modelle keinen. Alle Fassungen hätten wir mit kleinen Änderungen verschicken können.
Rechnung: Alle drei Modelle lasen in allen drei Durchläufen alle sechs Felder richtig aus. Keines verwechselte den Zahlbetrag nach Abschlag mit dem Bruttobetrag, keines nahm die alte IBAN. Der einzige Unterschied: Sonnet 5 setzte das JSON jedes Mal in einen Codeblock, obwohl die Aufgabe das ausschloss. Ein Programm, das die Antwort direkt einliest, wäre daran dreimal gescheitert. Sonnet 5.5 und Opus 5.5 lieferten jedes Mal reines JSON. In der Produktion würden wir ohnehin strukturierte Ausgaben der API nutzen, die das Format erzwingen. Der Test zeigt, wie genau ein Modell eine Formatvorgabe im Text befolgt.
Art. 50: Hier lagen die beiden 5.5-Modelle nah beieinander. Beide trennten in allen Läufen, wen welche Pflicht trifft: den Anbieter des Chatbots und des Bildgenerators oder den Betrieb, der sie einsetzt. Beide nannten die Absätze 1, 2 und 4 und ließen offen, ob erfundene Bäder als Deepfake gelten. Sonnet 5 nannte in allen Läufen nur die Absätze 1 und 4, trennte nicht zwischen Anbieter und Betreiber und schrieb in einem Lauf, beide Pflichten träfen „Anbieter und Betreiber“. Wie die Pflichten nach Art. 50 tatsächlich verteilt sind, steht in unserem Beitrag zur Kennzeichnungspflicht. Die Grenze von 120 Wörtern (einfach gezählt, Überschriften eingeschlossen) hielt nur Sonnet 5 in allen Läufen ein. Opus 5.5 lag in allen drei Läufen darüber (124 bis 132 Wörter), Sonnet 5.5 in zwei von drei.
Was der Test nicht zeigt
Drei Aufgaben mit je drei Durchläufen sind eine Stichprobe, kein Leistungsvergleich. Längere Aufgaben mit Werkzeugen, bei denen Anthropic die größten Fortschritte angibt, haben wir nicht getestet. Die Messung lief über einen Zwischenhändler, dessen eigene Laufzeit in den Zeiten steckt. Die Denkstufe blieb bei der Voreinstellung. Welche Stufe dabei über OpenRouter tatsächlich an Anthropic ging, haben wir nicht geprüft. Die vollständigen Antworten und Messwerte liegen bei uns vor.
Was wir raten
Wer Sonnet 5 über die Claude-API, Google Cloud oder Amazon Bedrock nutzt, kann Sonnet 5.5
ohne Preisänderung ausprobieren. Technisch ist es meist nur die Modellkennung.
Prüfen Sie den Wechsel an zwanzig, dreißig echten Anfragen und sehen Sie dabei
auf die Ausgabe-Token, nicht nur auf die Qualität. Bei kurzen Aufgaben wie
Klassifizieren oder Auslesen kann Sonnet 5.5 teurer werden, weil es mehr
nachdenkt. Dann lohnt ein Versuch mit einer niedrigeren Denkstufe. Wer Sonnet 5
bisher ohne Denken betreibt, muss vorher auf between_tools umstellen.
Wer Sonnet 5 über Amazon Bedrock mit EU-Profil nutzt, nimmt beim Wechsel
die Kennung eu.anthropic.claude-sonnet-5-5, nicht die globale. Mit der
globalen Kennung kann die Anfrage weltweit laufen, und das ist eine
Datenschutzentscheidung, keine technische. Sonnet 5 bleibt laut Anthropic
mindestens bis 30. Juni 2027 verfügbar. Es gibt keinen Grund zur Eile.
Opus 5.5 statt Sonnet 5.5 lohnt sich dort, wo eine falsche Antwort teurer ist als der doppelte Listenpreis: Analysen über viele Dokumente, lange Ketten von Schlussfolgerungen, Aufgaben, bei denen der Mensch sonst lange nachbessert. Für Kundenmails und das Auslesen von Belegen hat Opus 5.5 in unserem Test nichts gezeigt, was den zwei- bis vierfachen Preis je Aufruf und die längere Wartezeit rechtfertigt.
Wer neu anfängt, beginnt mit dem günstigsten Modell, das die Aufgabe zuverlässig schafft, und klärt vorher, wo die Daten verarbeitet werden dürfen. Diese Frage entscheidet bei Sonnet 5.5 über den Zugangsweg und das Profil.
Wenn Sie den Wechsel für Ihre Anwendung durchrechnen wollen, gehört das zu unserem AI-Readiness-Audit. Alle Claude-Modelle mit Preisen stehen in unserer Übersicht der Claude-Modelle.
Quellen
Alle abgerufen am 29.09.2026, das AWS-Datenblatt zu Sonnet 5.5 erneut am 03.10.2026.
- Anthropic: Claude Sonnet 5.5, Ankündigung vom 28.09.2026
- Anthropic: Pricing, Claude-Dokumentation
- Anthropic: Models overview, Claude-Dokumentation
- Anthropic: Model deprecations, Claude-Dokumentation
- Anthropic: Data residency, Claude-Dokumentation
- Anthropic: Claude on Vertex AI, Claude-Dokumentation
- Anthropic Datenschutz: Where are your servers located?
- Anthropic Datenschutz: How do I view and sign your Data Processing Addendum?
- Anthropic Datenschutz: Is my data used for model training?
- AWS: Datenblatt Claude Sonnet 5.5
- AWS: Datenblatt Claude Sonnet 5
- AWS: Datenblatt Claude Opus 5.5
- Google Cloud: Claude Sonnet 5.5 on Google Cloud
- OpenRouter: Modellliste und Endpunktliste je Modell
- EZB: Euro-Referenzkurs US-Dollar vom 28.09.2026
Stand: 29. September 2026, Abschnitt zu Amazon Bedrock aktualisiert am 3. Oktober 2026. Test am 29.09.2026 zwischen 11:27 und 11:31 Uhr UTC
über OpenRouter mit den Modellkennungen anthropic/claude-sonnet-5.5,
anthropic/claude-opus-5.5 und anthropic/claude-sonnet-5, Anbieter fest auf
die Anthropic-API, je Aufgabe drei Durchläufe, Denkstufe in Voreinstellung, ohne
Temperatur. Kosten laut OpenRouter-Abrechnung je Aufruf, Gesamtkosten des Tests
0,31 US-Dollar. Leistungsangaben des Herstellers sind von uns nicht nachgemessen.
Häufige Fragen
- Was kostet Claude Sonnet 5.5?
- Laut Preisliste von Anthropic 2 US-Dollar je Million Eingabe-Token und 10 US-Dollar je Million Ausgabe-Token, gelesene Cache-Token zum Start 0,20 US-Dollar, seit dem 7. Oktober 2026 0,10 US-Dollar. Zum EZB-Referenzkurs vom 28. September 2026 (1 Euro = 1,1378 US-Dollar) sind das rund 1,76 und 8,79 Euro. Das ist derselbe Preis wie bei Sonnet 5. Über die Batch-API halbieren sich Eingabe und Ausgabe auf 1 und 5 US-Dollar.
- Kann ich Claude Sonnet 5.5 in der EU betreiben?
- Über Google Cloud ja: Google führt Sonnet 5.5 seit dem 28. September 2026 mit dem Mehrregionen-Endpunkt Europa, der laut Anthropic 10 Prozent mehr kostet als der weltweite. Über Amazon Bedrock ebenfalls: Das AWS-Datenblatt führt inzwischen das EU-Profil eu.anthropic.claude-sonnet-5-5, das die Daten in EU-Regionen hält (unter anderem Frankfurt, Irland und Paris). Ein Angebot fest in einer einzelnen Region wie Frankfurt gibt es nicht. Daneben gibt es ein globales und ein US-Profil. Über die Claude-API direkt gibt es nur die Optionen global und USA, gespeichert wird in den USA.
- Sollten wir von Sonnet 5 auf Sonnet 5.5 wechseln?
- Nicht blind. Der Listenpreis ist gleich, und Anthropic verspricht bessere Ergebnisse bei weniger Token je Aufgabe. In unserem kleinen Test mit kurzen Büroaufgaben war Sonnet 5.5 aber nicht billiger als Sonnet 5, weil es in der Voreinstellung mehr nachdenkt. Wer über Amazon Bedrock mit EU-Profil arbeitet, kann auf das EU-Profil von Sonnet 5.5 wechseln. Sonnet 5 bleibt laut Anthropic mindestens bis 30. Juni 2027 verfügbar, es besteht kein Zeitdruck.
- Wann lohnt sich Claude Opus 5.5 statt Sonnet 5.5?
- Laut Anthropic ist Opus 5.5 bei komplexer, offener Arbeit, die über längere Zeit Urteilsvermögen verlangt, weiter klar stärker. Sonnet 5.5 sieht der Hersteller bei klar umrissenen Alltagsaufgaben vorn. Opus 5.5 kostet laut Preisliste das Doppelte (4 und 20 US-Dollar). In unserem Test lagen die Antworten beider Modelle inhaltlich nah beieinander, Opus 5.5 brauchte aber länger (bei der Kundenmail gut doppelt so lange) und kostete zwei- bis viermal so viel je Aufruf.
- Gibt es für Claude Sonnet 5.5 einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
- Ja, wenn Sie Claude direkt bei Anthropic nutzen. Laut Anthropic ist der AVV samt Standardvertragsklauseln in die kommerziellen Nutzungsbedingungen eingebunden und gilt mit deren Annahme. Wer Claude über AWS oder Google Cloud nutzt, schließt den Vertrag mit dem jeweiligen Cloud-Anbieter, dann gelten dessen Bedingungen.
- Wie genau war Sonnet 5.5 beim Auslesen von Rechnungen?
- In unserem Test haben alle drei Modelle in allen drei Durchläufen alle sechs Felder richtig ausgelesen, auch die gültige IBAN statt der geschlossenen alten. Sonnet 5.5 und Opus 5.5 gaben dabei reines JSON zurück, Sonnet 5 setzte es alle drei Male in einen Codeblock, obwohl wir das ausgeschlossen hatten. Neun Durchläufe je Modell sind keine Fehlerquote für den Produktivbetrieb, sie zeigen nur eine Tendenz.
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