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Gemini Gems werden zu Skills: was Firmenkonten bis März 2027 wissen sollten

Google ersetzt die Gems in Gemini durch Skills, für private Konten im November 2026, für Workspace-Firmenkonten im März 2027. Wir haben Googles Hilfeseiten am 28. September gelesen und fünf eigene Skills gegen die Upload-Regeln geprüft: was automatisch umzieht, welche Dateien nicht mitkommen und warum Firmen jetzt aufräumen sollten, aber noch nicht umbauen können.

Annett Krusch
Gemini Gems werden zu Skills: was Firmenkonten bis März 2027 wissen sollten (Mit KI erzeugtes Bild)Mit KI erzeugtes Bild. Mehr zur KI-Transparenz

Die kurze Antwort zuerst. Google ersetzt die Gems in Gemini durch Skills. Für private Google-Konten passiert das im November 2026, für Workspace-Konten von Unternehmen, Enterprise und gemeinnützigen Organisationen im März 2027, für Bildungskonten im Juni 2027. Die Gems werden dabei automatisch in Skills umgewandelt. Wer seinen Gems Word- oder Excel-Dateien als Wissen mitgegeben hat, sollte trotzdem nachsehen, denn genau diese Formate nimmt ein Skill beim Hochladen derzeit nicht an.

Alle Angaben stammen aus den Hilfeseiten von Google, abgerufen am 28. September 2026. Einen genauen Tag nennt Google für keinen der Termine, nur den Monat.

Die Termine

Kontoart Gems fallen weg
Privates Google-Konto November 2026
Workspace: Business, Enterprise, gemeinnützige Organisationen März 2027
Workspace: Bildung Juni 2027

Zum selben Termin im November verschwinden laut Google auch Opal, das Experiment für kleine KI-Anwendungen, und die Gems aus Google Labs.

Für Firmen klingt März 2027 nach viel Zeit. Der Haken steht auf der Hilfeseite zu Skills: Skills gibt es bisher nur für Personen ab 18 Jahren mit einem privaten Google-Konto. Die Ausweitung auf Arbeits- und Schulkonten ist angekündigt, aber ohne Datum. Ein Unternehmen kann den Umstieg also heute nicht mit dem eigenen Workspace-Konto ausprobieren.

Daraus folgt unsere Empfehlung: jetzt aufräumen, aber nicht umbauen. Und keinesfalls Firmen-Gems in private Konten kopieren, nur um Skills früher zu testen. Dann liegen Anweisungen und Dateien des Betriebs in einem Verbraucherkonto, und genau das ist der Fall, den wir unter Schatten-KI beschreiben.

Was sich ändert

Ein Gem war ein eigener Bereich: man wechselte hinein und hatte dort seine Anweisungen, seine Dateien und seine Chats. Ein Skill ist eine gespeicherte Anleitung, die in jedem Chat verfügbar ist. Im Alltag spürt man das an zwei Stellen:

  • Sie rufen einen Skill im laufenden Chat mit / auf, später mit @.
  • Gemini kann einen Skill von selbst verwenden, wenn er zur Anfrage passt, und mehrere Skills in einem Chat kombinieren.

Das automatische Verwenden ist Komfort und Risiko zugleich. Ein Skill mit unscharfer Beschreibung springt auch dann an, wenn niemand ihn wollte. Google rät deshalb selbst, im Skill genau zu beschreiben, wann er benutzt werden soll. Sie können einzelne Skills abschalten; dann verwendet Gemini sie nicht mehr von allein. Aktiv sein dürfen höchstens 100 Skills gleichzeitig.

Was zunächst fehlt, ist ebenfalls aufgeführt. Die meisten Standardwerkzeuge der Gems funktionieren mit Skills noch nicht: Video- und Musikerstellung, Canvas, Deep Research und Guided Learning. Es gibt keine eigene Seite mehr, die alle Chats mit einem bestimmten Skill auflistet; diese Chats stehen einfach im normalen Verlauf. Das Teilen von Skills und Dateien aus Google Drive sollen laut Google „in den kommenden Wochen“ nachkommen.

Welche Dateien mitkommen

Beim automatischen Umzug übernimmt Google die Gems „zusammen mit allen unterstützten Dateien“. Welche das sind, steht auf der Seite zum Hochladen von Skills:

Unterstützt Nicht unterstützt
Text: .txt, .md, .rst, .rtf, .tex, .log .docx, .doc
Code: .py, .sh .xlsx
Daten: .json, .yaml, .csv, .toml, .xml, .sql „jedes andere nicht textbasierte Format“
Web: .html, .css, .svg
.pdf, .jpg, .png und andere Bildformate

Die Faustregel von Google: Was sich in einem einfachen Texteditor öffnen und lesen lässt, geht wahrscheinlich. Zusammen dürfen die Dateien eines Skills höchstens 100 MB groß sein. Skripte im Skill dürfen keine Anfragen an externe Websites stellen. GitHub-Dateien werden laut Google vorerst nicht unterstützt.

Wie der automatische Umzug mit einer Word-Datei umgeht, die heute im Wissen eines Gems liegt, schreibt Google nicht ausdrücklich. Die Formulierung „unterstützte Dateien“ zusammen mit der Liste oben spricht dafür, dass sie nicht mitkommt. Wir würden uns nicht darauf verlassen, dass Google bis März nachbessert. Die Preisliste als Excel-Datei und das Handbuch als Word-Datei lassen sich heute in CSV und PDF umwandeln, und beide Formate stehen auf der Liste.

Unser Test: fünf Skills gegen Googles Regeln

Skills sind bei Google kein eigenes Format. Google schreibt ausdrücklich, dass sich Skills anderer Plattformen über ihre SKILL.md-Datei hochladen lassen. Das ist dieselbe Datei, mit der Claude arbeitet. Wir haben deshalb die fünf Skills, die wir seit dem 23. September für Instagram einsetzen und im Beitrag zu Claude Cowork und Skills vorgestellt haben, am 28. September gegen die veröffentlichten Upload-Regeln von Gemini geprüft. Hochgeladen haben wir sie nicht, weil Skills nur mit privaten Konten gehen, und siehe oben.

Geprüft haben wir, was Google als Regel nennt: SKILL.md im Hauptordner, der Name klein geschrieben mit Bindestrichen, nur unterstützte Dateitypen, zusammen unter 100 MB, keine Netzzugriffe in Skripten.

Skill Größe Name Netzzugriff Auffällig
ig-caption 35 KB passt keiner 1 .pyc-Datei, LICENSE ohne Endung
ig-carousel 5 KB passt keine Skripte LICENSE ohne Endung
ig-human 83 KB passt keiner 2 .pyc-Dateien, LICENSE ohne Endung
ig-plan 6 KB passt keine Skripte LICENSE ohne Endung
ig-reel 75 KB passt keiner 2 .pyc-Dateien, LICENSE ohne Endung

Die Größe ist kein Thema, der größte Skill hat 83 KB bei erlaubten 100 MB. Die Namen passen alle; wir hatten sie ohnehin klein und mit Bindestrich angelegt.

Der Befund steckt in einer Datei, die niemand absichtlich angelegt hat. Drei der fünf Ordner enthalten einen Ordner __pycache__ mit .pyc-Dateien. Die legt Python von selbst an, sobald ein Skript einmal gelaufen ist. Google nennt genau diese Dateien als Grund, an dem ein Upload scheitern kann, neben .DS_Store vom Mac. Wer einen Skill-Ordner einfach als ZIP hochlädt, weil er bei Claude funktioniert, stolpert also genau hier. Vor dem Hochladen hilft ein Befehl:

find mein-skill -name "__pycache__" -prune -exec rm -rf {} + -o -name ".DS_Store" -delete

Offen bleibt die Lizenzdatei. LICENSE ohne Endung ist reiner Text und erfüllt damit Googles Faustregel, steht aber nicht in der Liste. Ob der Upload sie annimmt, haben wir nicht geprüft. Wer sichergehen will, benennt sie in LICENSE.txt um.

Teilen und Rechte

Wer heute einen Gem im Team teilt, sollte zwei Dinge wissen, die auch nach dem Umzug relevant bleiben dürften. Erstens sieht jeder, der Zugriff auf einen geteilten Gem hat, auch dessen Anweisungen und hochgeladene Dateien. Wer Bearbeitungsrechte hat, kann den Gem ändern und löschen. Geteilte Gems landen in einem eigenen Ordner in Google Drive. Zweitens richtet sich das Teilen bei Firmenkonten nach den Drive-Freigaben der Organisation, die der Workspace-Admin steuert; der Admin kann das Teilen von Gems auch ganz abschalten.

Ob bestehende Freigaben beim automatischen Umzug erhalten bleiben, sagt Google nicht. Bei OpenAI, das seine eigenen GPTs am 11. Dezember 2026 auf Plugins umstellt, gehen Freigaben ausdrücklich nicht mit. Das haben wir im Beitrag zur Abschaltung der Custom GPTs zusammengefasst. Wir würden für Gems deshalb eine Liste führen, wer welchen geteilten Gem nutzt, damit nach dem Umzug niemand danach suchen muss.

Was Sie bis März 2027 tun können

  1. Gems zählen. Welche gibt es, wer hat sie gebaut, wer nutzt sie? Nicht jeder muss mit.
  2. Anweisungen sichern. Name, Beschreibung und Anweisungen als Textdatei ablegen, am besten in einer gemeinsamen Ablage mit Versionsverlauf. Dann sind sie unabhängig davon, ob der automatische Umzug alles richtig macht.
  3. Wissensdateien prüfen. Word und Excel in PDF oder CSV umwandeln, die Originale behalten.
  4. Beschreibung schärfen. Weil Skills von selbst anspringen, muss die Beschreibung sagen, wann der Skill gilt und wann nicht. Gute Beispiele dafür sind die Sätze, mit denen Kollegen tatsächlich fragen.
  5. Auf die Freischaltung für Workspace warten und dann mit zwei, drei echten Anfragen je Gem vergleichen, bevor alle umsteigen.

Ehrliche Grenzen

Die Termine nennen nur Monate. Wie Google den automatischen Umzug im Detail abwickelt, etwa bei Freigaben und nicht unterstützten Dateien, steht nicht auf den Hilfeseiten. Skills für Firmenkonten gibt es noch nicht; alles, was wir über ihr Verhalten in Workspace schreiben könnten, wäre geraten. Unser Test prüft fünf Ordner gegen die veröffentlichten Regeln, nicht gegen den echten Upload. Und ob der Einsatz in Ihrem Betrieb datenschutzrechtlich trägt, hängt vom Vertrag ab. Wie unterschiedlich Google private Konten und Workspace-Konten behandelt, haben wir am Beispiel von NotebookLM und Gemini Notebook beschrieben.

Wenn Sie Anweisungen, die heute in Gems, GPTs oder Claude-Projekten stecken, einmal sauber als Skills aufschreiben wollen, sodass sie bei jedem Anbieter laufen, sprechen Sie uns über das Kontaktformular an.

Quellen

Alle abgerufen am 28.09.2026.

Stand: 28. September 2026. Prüfung der fünf Skills am 28.09.2026 mit einem eigenen Python-Skript gegen die Regeln aus „Create & manage skills for Gemini Apps“: Größe je Ordner, Name aus dem Kopf der SKILL.md, Dateiendungen gegen die Liste der unterstützten Typen, Skripte auf Aufrufe von requests, urllib, httpx, socket, curl und wget durchsucht.

Häufige Fragen

Wann werden Gemini Gems abgeschaltet?
Laut Google zu unterschiedlichen Terminen je Kontoart: im November 2026 für private Google-Konten, im März 2027 für Workspace-Konten von Unternehmen, Enterprise und gemeinnützigen Organisationen, im Juni 2027 für Workspace-Konten im Bildungsbereich. Ein genauer Tag steht auf der Hilfeseite nicht.
Werden meine Gems automatisch zu Skills?
Ja. Google schreibt, dass Gems beim Wegfall automatisch als Skills neu angelegt werden, zusammen mit den unterstützten Dateien. Wer früher umsteigen will, kann einen Gem von Hand nachbauen. Wissensdateien müssen dafür einzeln heruntergeladen und mit dem Skill neu hochgeladen werden.
Können Firmen Skills in Gemini schon nutzen?
Stand 28. September 2026 nicht. Skills sind laut Google für Personen ab 18 Jahren mit privatem Google-Konto verfügbar, die Ausweitung auf Arbeits- und Schulkonten ist angekündigt, aber ohne Datum. Firmen können den Umstieg deshalb noch nicht mit dem eigenen Workspace-Konto testen.
Welche Dateien kann ein Gemini Skill enthalten?
Beim Hochladen nur textbasierte Dateien, dazu PDF und Bilder. Google nennt unter anderem .txt, .md, .csv, .json, .yaml, .py, .sh, .html und .pdf als unterstützt, .docx, .doc und .xlsx ausdrücklich als nicht unterstützt. Zusammen dürfen die Dateien höchstens 100 MB groß sein, Skripte dürfen keine Anfragen an externe Websites stellen.
Was können Skills noch nicht, was Gems konnten?
Laut Google funktionieren die meisten Standardwerkzeuge der Gems mit Skills noch nicht, genannt werden Video- und Musikerstellung, Canvas, Deep Research und Guided Learning. Teilen und Dateien aus Google Drive sollen in den kommenden Wochen dazukommen. Außerdem gibt es keine eigene Seite mehr, die alle Chats mit einem Skill auflistet.

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