# KI in der Zeitarbeit: Telefon, Krankmeldungen, KI-Verordnung

> Für Personaldienstleister und Zeitarbeitsfirmen: Telefon-KI für Bewerber und Mitarbeitende ohne Vorauswahl, Krankmeldungen am Morgen, Prüfung von Matching- und Recruiting-KI nach Anhang III und Art. 26 KI-VO, Schulung für Disposition. Eure Zeitarbeitssoftware bleibt.

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Branchenlösung · Personaldienstleistung

# KI für Personaldienstleister und Zeitarbeit, ohne in die Hochrisiko-Falle zu laufen

Eure Zeitarbeitssoftware bleibt. Wir nehmen Bewerbern und Mitarbeitenden am Telefon die Warteschleife ab, ohne dass dabei jemand von einer KI aussortiert wird, und prüfen KI-Werkzeuge für Recruiting und Disposition, bevor die Pflichten ab Dezember 2027 greifen.

In der Zeitarbeit hängt viel am Telefon: Bewerber, die sich melden, Mitarbeitende, die sich morgens krankmelden, Kunden, die kurzfristig jemanden brauchen. Gleichzeitig ist kaum eine Branche so direkt von der KI-Verordnung betroffen. KI, die Bewerbungen sichtet oder filtert oder Leiharbeitnehmern Einsätze nach persönlichen Merkmalen zuweist, gilt als Hochrisiko-KI. Wir bauen genau diese Dinge nicht, und können euch deshalb unabhängig beraten, wenn euer Softwareanbieter sie euch verkauft.

## Typische Herausforderungen

### Das Telefon entscheidet, wer bleibt

Leiharbeitsverhältnisse beginnen und enden in hoher Zahl, viele dauern nur kurz. Wer sich bewirbt oder krankmeldet, ruft an, oft früh am Morgen oder spät am Abend. Wer nicht durchkommt, ist beim nächsten Personaldienstleister.

### KI im Recruiting ist Hochrisiko

KI, die Bewerbungen sichtet oder filtert, Bewerber bewertet oder gezielte Stellenanzeigen schaltet, ist Hochrisiko-KI nach Anhang III Nr. 4 Buchst. a KI-VO. Dasselbe gilt nach Buchst. b für KI, die Aufgaben nach individuellem Verhalten oder persönlichen Merkmalen zuweist, also auch für eine KI-gestützte Disposition. Die Pflichten dafür gelten ab dem 2. Dezember 2027.

### Die Pflichten bleiben bei euch, nicht beim Softwareanbieter

Wer ein Hochrisiko-System einsetzt, ist Betreiber und muss die menschliche Aufsicht Personen mit der nötigen Kompetenz übertragen, die Protokolle mindestens sechs Monate aufbewahren, Arbeitnehmervertreter vor dem Einsatz informieren und die betroffenen Personen informieren (Art. 26 Abs. 2, 6, 7 und 11 KI-VO). Ein Anbieter, der „AI-Act-konform“ verspricht, nimmt euch diese Pflichten nicht ab.

### Fristen, die teuer werden

Höchstens 18 aufeinanderfolgende Monate beim selben Entleiher (§ 1 Abs. 1b AÜG), Abweichen vom gleichen Arbeitsentgelt per Tarifvertrag grundsätzlich nur für die ersten neun Monate (§ 8 Abs. 4 AÜG), der Überlassungsvertrag in Textform (§ 12 Abs. 1 AÜG). Gilt eine Lohnuntergrenze, muss der Entleiher die Arbeitszeit binnen sieben Tagen aufzeichnen (§ 17c AÜG).

### Der Betriebsrat redet bei KI mit

Das Betriebsverfassungsgesetz nennt Künstliche Intelligenz ausdrücklich: bei der Unterrichtung über Arbeitsverfahren (§ 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG) und bei Auswahlrichtlinien (§ 95 Abs. 2a BetrVG). Wer ein Matching-Werkzeug einführt, sollte das vorher klären.

## Was wir neben eurer Zeitarbeitssoftware machen

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Telefon-KI für Bewerber und Mitarbeitende

Nimmt Anrufe an, wenn die Disposition nicht frei ist, sagt zu Beginn, dass eine KI spricht (Art. 50 Abs. 1 KI-VO), und nimmt Name, Rückrufnummer, Stellenbezug und Erreichbarkeit auf. Sie stellt bewusst keine Ausschlussfragen und sortiert niemanden aus. Wer weitermacht, entscheidet euer Team.

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Krankmeldungen am frühen Morgen

Mitarbeitende melden sich bei der Telefon-KI krank, die Disposition bekommt sofort eine Nachricht mit Einsatz und Entleiher und eine Aufgabe, den Kunden zu informieren. Wer den Einsatz übernimmt, entscheidet ein Mensch, denn eine KI-Zuteilung wäre Hochrisiko.

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KI-Check vor Matching und Recruiting-Agenten

Bevor ihr ein KI-Werkzeug für Vorauswahl, Matching oder Disposition einführt, prüfen wir: Ist es hochriskant, wer ist Anbieter, wer Betreiber, welche Pflichten nach Art. 26 bleiben bei euch, wie lange werden Protokolle aufbewahrt, wie werden Betriebsrat und Bewerber informiert. Dazu Vorlagen für die Unterrichtung nach BetrVG.

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Schulung: KI in Disposition und Recruiting

Ein halber Tag für Disposition und Recruiting: wann ein harmloser Chatbot-Auftrag zur Vorauswahl wird, was menschliche Aufsicht praktisch heißt, was Bewerber erfahren müssen und welche Daten nie in einen öffentlichen Chatbot gehören.

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Fristenerinnerung für kleine Verleiher

Für Betriebe ohne Zeitarbeitssoftware mit Fristenkontrolle: Erinnerungen vor dem neunten und dem achtzehnten Monat beim selben Entleiher und vor Ablauf der Erlaubnis. Habt ihr eine Branchensoftware, die das kann, braucht ihr das nicht.

Branchenspezifisch: Führend bleiben eure Zeitarbeitssoftware mit Disposition, Lohnabrechnung, Tarifeingruppierung und Faktura sowie euer Bewerbermanagement. Bevor wir etwas anbinden, sehen wir nach, welche Schnittstellen es gibt und was euer Anbieter schon mitliefert. Doppelt bezahlen sollt ihr nichts.

## Wofür wir nicht die Richtigen sind

-   —Matching, Ranking oder Vorauswahl von Bewerbern und Leiharbeitnehmern. Das bauen wir nicht, auch nicht als „Vorschlag“. Es ist Hochrisiko-KI nach Anhang III Nr. 4 KI-VO, und weil dabei Profile von Personen ausgewertet werden, greift die Ausnahme nach Art. 6 Abs. 3 nicht.
-   —Video-Interview-Analyse, Persönlichkeits- oder Emotionserkennung. KI, die Emotionen am Arbeitsplatz ableitet, ist seit dem 2. Februar 2025 verboten (Art. 5 Abs. 1 Buchst. f KI-VO).
-   —Lohnabrechnung, Branchenzuschläge, Tarifeingruppierung und Faktura. Dafür gibt es Zeitarbeitssoftware, und die bleibt.
-   —Rechtsberatung zum AÜG, etwa ob ein Einsatz Werkvertrag oder Überlassung ist. Dafür braucht es eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt.

## Häufige Fragen — Personaldienstleister & Zeitarbeit

Darf eine Telefon-KI Bewerbungen annehmen? +

Annehmen ja, bewerten nein. Nimmt die Telefon-KI nur Kontaktdaten, Stellenbezug und Erreichbarkeit auf und gibt alles an euer Team weiter, sichtet oder filtert sie keine Bewerbungen. Stellt sie Ausschlussfragen und sortiert danach aus, wäre sie Hochrisiko-KI nach Anhang III Nr. 4 Buchst. a KI-VO. Unsere Telefon-KI ist bewusst so gebaut, dass sie nicht aussortiert, und sie sagt zu Beginn, dass sie eine KI ist (Art. 50 Abs. 1 KI-VO).

Unser Softwareanbieter bietet KI-Matching an. Was müssen wir tun? +

Wenn das Matching Bewerber oder Leiharbeitnehmer bewertet, vorauswählt oder Einsätzen zuweist, ist es Hochrisiko-KI nach Anhang III Nr. 4 KI-VO. Ab dem 2. Dezember 2027 seid ihr dann Betreiber mit eigenen Pflichten: menschliche Aufsicht durch kompetente Personen, Protokolle mindestens sechs Monate aufbewahren, Arbeitnehmervertreter und betroffene Personen informieren (Art. 26 KI-VO). Der Betriebsrat ist schon nach § 90 Abs. 1 Nr. 3 und § 95 Abs. 2a BetrVG zu beteiligen. Lasst euch vom Anbieter schriftlich geben, wie er das System einstuft.

Ist es schon KI-Recruiting, wenn wir Lebensläufe in ChatGPT kopieren? +

Wenn ihr ChatGPT bittet, Bewerbungen zu bewerten oder eine Rangfolge zu bilden, setzt ihr KI genau für den Zweck ein, den Anhang III Nr. 4 Buchst. a KI-VO als hochriskant nennt. Dazu kommt der Datenschutz: Bewerberdaten in einem privaten Chatbot-Konto haben dort nichts zu suchen. Texte für Stellenanzeigen entwerfen oder eine Absage freundlicher formulieren ist dagegen unproblematisch, solange ein Mensch entscheidet.

Welche Fristen aus dem AÜG sollten wir im Blick haben? +

Vor allem drei: Ein Leiharbeitnehmer darf höchstens 18 aufeinanderfolgende Monate an denselben Entleiher überlassen werden (§ 1 Abs. 1b AÜG). Vom gleichen Arbeitsentgelt darf ein Tarifvertrag grundsätzlich nur für die ersten neun Monate abweichen (§ 8 Abs. 4 AÜG). Und der Überlassungsvertrag braucht Textform (§ 12 Abs. 1 AÜG). Zeitarbeitssoftware überwacht das meist schon; für kleine Verleiher ohne solche Software richten wir Erinnerungen ein.

Wie fangen wir an? +

Meistens mit dem Telefon, weil sich dort am schnellsten zeigt, ob die Disposition entlastet wird. Plant euer Betrieb gleichzeitig ein Matching-Werkzeug, lohnt sich der KI-Check vorher, damit ihr nicht ein System kauft, dessen Pflichten ihr ab Dezember 2027 nicht erfüllen könnt.

## Passt dazu

[Hochrisiko-KI erkennen Wann ein KI-System als hochriskant gilt und was ab Dezember 2027 gilt.](https://www.krynexlabs.de/wissen/hochrisiko-ki-system/) [AgentGuard Protokoll und Freigabe für KI-Agenten, die im Namen eures Betriebs handeln.](https://www.krynexlabs.de/services/agentguard/) [KI-Audit Wie wir KI-Werkzeuge vor der Einführung prüfen.](https://www.krynexlabs.de/services/ki-audit/) [Spedition und Logistik Für eure Kunden in Lager und Transport.](https://www.krynexlabs.de/branchen/spedition-logistik/)

## Personaldienstleister: Wo steht KI bei euch?

In 30 Minuten klären wir, ob der Engpass am Telefon liegt, ob euer Softwareanbieter euch gerade KI-Matching anbietet und was davon ab Dezember 2027 an Pflichten bei euch hängen bleibt.

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